Mein Geburtstagsgeschenk: Israel

vom 18. bis 30. April 2006

 

 

 

Eine geistliche Entdeckungsreise

 

 

Die Begegnung mit dem Heiligen Land ist für Christen wie für Juden ein besonderes, ein einmaliges Erlebnis. Es ist das Land, in dem sich die Heilsgeschichte vollzogen hat. Das Land, in dem Gott sich manifestiert hat und die gemeinsame Geschichte von Gott und den Menschen begann.

 

 

„Zieh deine Schuhe aus, denn der Boden, auf den du trittst, ist heiliges Land.” (2.Mose, 3,5)

 

 

Wir waren 21 an der Zahl. Am 18. April kamen wir mit dem El Al Linienflug von Frankfurt am Flughafen Ben Gurion an. Es war ungefähr 11.00 Uhr lokale Zeit. Die Reise an sich hatte allerdings schon viel früher begonnen, um 2.00 Uhr morgens, weil man drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein musste und man von Heidelberg dazu noch eine Stunde Fahrt einplanen muss. Wir hatten also alle eine schlaflose Nacht hinter uns und manchen von uns hingen die Augenlider ziemlich locker im Gesicht rum.

Aber die Freude auf das, was uns erwartete, war größer als unsere Müdigkeit. Und so freuten wir uns auf eine wunderschöne Zeit im gelobten Land, dem Land in dem Milch und Honig fließen, dem Land unserer Urväter.

 

 

Als wir ankamen, empfing uns unsere Reiseleiterin mit dem biblischen Namen Maria Sinai. Sie ist Israelin, lebt aber hauptsächlich in Wiesbaden. Auf dem Weg über die Sharon Ebene zum See Genezareth, wo wir die ersten vier Tage unserer Reise verbringen würden, erzählte sie uns etwas über Sicherheitsvorkehrungen und Bepflanzungstechniken in Israel.

 

 

Unterwegs machten wir gleich Halt in Caesarea Maritima. Zitat: „Die Trümmer der Stadt Caesarea am Mittelmeer lassen kaum noch ahnen, dass hier einst die schönste und prächtigste Stadt lag, die Herodes der Große erbauen ließ. Doch schon die Ausmaße der Anlage zeugen von der Bedeutung der Stadt, die ihre letzte Blüte in der Zeit der Kreuzfahrer erlebte. Sehenswert sind u.a. die hervorragend erhaltene Stadtbefestigung, der Kreuzfahrer-Hafen und das Theater des Herodes.“

 

Ich kenne zahlreiche Ruinen aus Spanien, vor allem aus römischer Zeit, aber Caesarea hat mich beeindruckt, weil hier ganze Teile einer antiken Stadt so erhalten sind, dass man sich das Leben auf ihren Strassen bildlich vorstellen kann. Vor allem die Umrisse des Palastes von Herodes, die ins Meer hereinragen, und das sehr gut erhaltene Hippodrom, haben in mir eine bleibende Erinnerung hinterlassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


In Caesarea war der Apostel Paulus zwei Jahre lang in einem scheinbar sehr kleinen Kerker gefangen. Die erhaltene Kreuzfahrer-Architektur auf römischen Grundmauern war sehr interessant. Viele Bauten haben einen römischen Teil und Anbauten der Kreuzfahrer. Leider wurden auch viele Bauten in Zeiten der Araber zerstört und Stein für Stein für eigene Bauprojekte abtransportiert.

Es liegen viele Teile römischer Säulen herum. Hierzu erklärte uns Maria, dass diese nur Nachbildungen seien, die Originale befänden sich in einem Museum in Tel Aviv. Genauso ist es mit einem Stein, der den Namen Pontius Pilatus als Inschrift hat, und der erste außerbiblische Nachweis seiner Statthalterschaft ist.

 

 

Der Weg führte uns weiter, an wunderschönen Blumenfeldern vorbei, zur Elia Gedenkstätte auf dem Berg Carmel. Von hier aus hatten wir eine phantastischen Aussicht über das Yezreel Tal (?). Im Alten Testament wird beschrieben, wie der Prophet Elia an diesem Ort den Götzendienst an Baal beendete, in dem er Feuer vom Himmel regnen ließ. Zitat: „Erhöre mich, HERR, erhöre mich, damit dies Volk erkennt, daß du, HERR, Gott bist und ihr Herz wieder zu dir kehrst! Da fiel das Feuer des HERRN herab und fraß Brandopfer, Holz, Steine und Erde und leckte das Wasser auf im Graben. Als das alles Volk sah, fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen: Der HERR ist Gott, der HERR ist Gott!.“ (1.Könige18, 37-39).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Gegen Abend erreichten wir den See Genezareth, wo das Hotel Kinar Holiday Village, im Kibbutz Kinneret, für die kommenden vier Tage unser Zuhause sein sollte. Es ist ein sehr religiöses Hotel, wir durften keine Fotos in öffentlichen Hotelsälen und Räumen machen. Überall lagen Siddurim (jüdische Gebetbücher) herum, an den Türrahmen waren Mesusas angebracht. Zitat: „Die Grundlage für das Anbringen der kleinen Pergamentrolle, die Mesusa genannt wird, bildet das Deuteronomium 6,5 welches sagt: „Höre Israel, der Ewige unser Gott, ist der Ewige der einzige Eine! Und liebe den Ewigen, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele (...). Es seien diese Worte, die ich dir heute gebiete, rede davon, wenn du sitzt in deinem Haus und wenn du gehst auf den Weg (...), schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und an deine Tore!" (¤)

 

 

Tatsächlich war das Hotel voll belegt mit orthodoxen Juden, die dort das Pessachfest feierten. Die Männer hatten ständig die Thora dabei, mit Kippa auf dem Kopf und Zipfelquasten, die unter ihrem Rock heraushingen, und beteten. (Mich interessierte zu wissen, wie sich die Kippa auf dem Kopf hält und das habe ich herausgefunden: Mit Haarklammern!). Die verheirateten Frauen trugen eine  Kopfbedeckung, die Ledigen nicht, und sie alle hatten sich besonders hübsch gemacht für den Abend. Wir durften miterleben, wie die Familienväter am Tisch das Essen segneten, und auch wie sie ums Buffet tanzten und sangen, wie sie um den Segen Gottes beteten. Fasziniert hat mich die Anzahl der Kinder. Überall krabbelten und spielten sie herum!

 

 

Natürlich gab es nur koscheres Essen, das war zu meinem Erstaunen (kannte es ja nicht) sehr lecker. Und da noch Pessach war, gab es Mazze und ungesäuertes Essen, sehr gut und schmackhaft zubereitet. Ich habe zum Beispiel den besten Frühstückskuchen meines Lebens gegessen, so ganz ohne Hefe – muss mir unbedingt das Rezept besorgen!

Außerdem durften wir einige Eigenarten jüdischer Tradition miterleben wie, dass das Essen erst serviert wird, wenn drei Sterne am Himmel stehen, oder dass es im Restaurant „Milch-Tische“ und „Fleisch-Tische“, mit streng getrenntem Besteck, gibt. Zitat:In den Mosesbüchern des Alten Testaments steht an drei Stellen (zweimal im 2.Buch Mose, einmal im 5. Buch Mose) ein Satz, der nach allgemeiner Auslegung aus dem Hebräischen folgendermaßen übersetzt wird: Du sollst das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter bereiten. Dieser Satz ist vor allem in den talmudischen Schriften so ausgelegt worden, dass es untersagt ist, das Fleisch von Warmblütern (also Säugetieren und Geflügel) zusammen mit Milchprodukten (Butter, Joghurt, Käse oder ähnlichem) zuzubereiten. Und während man nach einem Gericht, das aus Milchprodukten bestand, unmittelbar danach ein Fleischgericht essen darf, muss man nach einer Fleischmahlzeit volle sechs Stunden warten, bis wieder etwas "Milchiges" gegessen werden kann. Orthodoxe Juden legen diese Trennung von Milch- und Fleischprodukten so streng aus, dass sie dafür getrenntes Ess- und Kochgeschirr verwenden, teilweise auch getrennte Kühlschränke und Herde. In jüdischen Restaurants gibt es zu diesem Zweck oft sogar zwei getrennte Küchen. Pflanzliche Lebensmittel gelten als neutral und dürfen beliebig sowohl mit "Milchigem" als auch mit "Fleischigem" kombiniert werden. Fische werden ebenfalls als neutral angesehen. (¤)

 

 

Sehr schön fand ich es, als unsere Reiseleiterin uns darauf aufmerksam machte, dass man in Israel:

 

 

a)       nicht irgendwo hinpinkelt

b)       keine Blumen oder Pflanzen mitnimmt

c)       auch keine Steine aus Ausgrabungsstätten

Man kommt lieber nächstes Jahr wieder und guckt sie sich noch einmal an... :o)

 

 

Nach einer erholsamen Nacht, ging es am nächsten Tag zuerst nach Ma’alot.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Dies ist ein kleiner Ort im Norden, wo sich das Altenheim Zedaka befindet. Hier werden Überlebende des Zweiten Weltkrieges liebevoll von deutschen Christen gepflegt. Sie versuchen an ihnen etwas von dem wieder gut zu machen, was sie durch das deutsche Volk erleiden mussten. Sehr süß fand ich, dass, während wir im Garten den Erklärungen des Altenheimleiters zuhörten, ein altes Ömchen in den Garten gefahren wurde. Wahrschein-lich, damit sie dort ein bisschen in der Sonne sitzen konnte. Auf einmal klingelte ein Handy und wir schauten einander an, nach dem Motto, wer wagt es, hier sein Handy ein-geschaltet zu haben. Und wer ging ran? Die kleine Oma! Sie hat sich dann eine ganze Weile mit jemandem unterhalten. Es lebe die Technik!

 

 

Danach war Akko, maritime Hauptstadt der Kreuzfahrer, auf dem Programm. Ich war so neugierig auf diese Stadt, weil ich schon viel über sie gelesen hatte! Die alten Befestigungsmauern sind imposante Zeugen ihrer strategischen Bedeutung. Als Kreuzfahrerstadt war sie immer umkämpft, ist aber erstaunlich gut erhalten.

Sehr beeindruckend fand ich vor allem die mittelalterliche Zitadelle und die unterirdischen Gänge, die im letzten Jahrhundert zu weiten Teilen freigelegt wurden. Ein Blickfang sind auch die Gefängnisse, in denen die Briten damals revoltierende Juden festhielten. Unsere Reiseleiterin erzählte uns, dass die Juden des Irgun damals die ersten waren, die ein Terror-Attentat verübten und zwar an britischen Soldaten. Sie hängten ihre Leichen, versehen mit Sprengsätzen, an Bäumen auf, und als die anderen kamen um sie zu befreien, explodierten die Bomben und rissen alle in den Tod.

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach unserem Ausflug in die historischen Innereien der Zitadelle, genossen wir einen ausgedehnten Spaziergang durch die engen Gassen der Altstadt, wo quirliges Leben mit arabisch-orientalischem Flair herrscht. Wie wunderbar die typischen Gerüche von Gewürzen und Fisch, die Farben, die Geräusche.... Ich kaufte natürlich Lederschmuck.

 

 

Am Nachmittag dann, Meggido, und der wundervolle Ausblick über das Tal in dem die „letzte Schlacht“ gegen Israel geführt werden wird. Der Verfasser der Offenbarung beschreibt eine Reihe von endzeitlichen Visionen als Engel die Schalen des Zorns ausgießen. Beim sechsten Engel heißt es in Kapitel 16, Vers 16: „Und ich sah aus dem Rachen des Drachen und aus dem Rachen des Tieres und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, gleich Fröschen; es sind Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Kampf am großen Tag Gottes, des Allmächtigen. ...Und er versammelte sie an einem Ort, der heißt auf hebräisch Harmagedon“.

Wow. Überwältigend. Das Tal ist so groß, man kann sich tatsächlich gut vorstellen, dass so viele Armeen Platz haben werden...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Außerdem ist Meggido auch historisch von großer Bedeutung. Es handelt sich hier um eine im Altertum häufig umkämpfte Festung im nördlichen Israel an der alten Handelsstraße von Jerusalem nach Akko. Historiker beschreiben die Stadt Meggido als Zentrum des Handels und als eine Stadt, die ein großes Areal beherrschen konnte. Als Kriegsbeute war sie sehr begehrt und es gab viele bedeutende Schlachten in ihrer Nähe. Zum Beispiel, die Schlacht, in der Tutmosis III um 1450 v. Chr. die kanaanitischen Fürsten schlug, oder die Schlacht 1918 zwischen Briten und Osmanen, wo General Allenby den Türken eine schmerzhafte Niederlage bescherte. Aber auch biblische Schlachten fanden hier statt. Der Richter Barak besiegte den König der Kanaaniter. Richter Gideon schlug die Midianiter in die Flucht und die Könige Ahasja und Josia wurden hier getötet.(¤)

 

 

Archäologisch ist zu erwähnen, dass Meggido an einem Punkt liegt, wo häufiger die Erde bebt. Deshalb sind Holzbalken zwischen den Steinschichten angebracht.

 

Außerdem gibt es in Meggido noch Reste des alten Wassersystems. Wir sind natürlich heruntergestiegen. Es war so schön kühl....

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Jutta in Meggido. In der Tüte sind Souvenirs.

 

 

Auf dem Weg zurück zum Hotel, besuchten wir noch die Stadt Nazareth, die als Heimatort Jesu gilt. In den Evangelien steht, dass dort seine Eltern Maria und Josef, der Zimmermann, lebten. In Nazareth kam der Erzengel Gabriel zu Maria und kündigte ihr die Geburt des künftigen Erlösers an. Zitat: „Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“ (Lk. 1, 30-33).

In neutestamentlicher Zeit war Nazareth wohl ein unbedeutender Ort, und man fragte mit Bezug auf Jesus: Was kann aus Nazaret Gutes kommen? (Joh. 1,46). Heute gehört Nazareth zu den wichtigsten Pilgerstätten des Heiligen Landes. An der Stelle, wo nach der Überlieferung das Haus Marias stand und der Verkündigungsengel zu ihr kam, steht heute die katholische Verkündigungsbasilika aus dem Jahr 1969. (¤)

 

 

Der dritte Tag sollte wichtig für mich sein, aber ich wusste es morgens noch nicht. Es stand der See Genezareth mit Wanderung auf dem Programm.

 

 

Wir fuhren mit dem Boot über den See und genossen den Ausblick auf Kapernaum und den Berg der Seligpreisungen, einer der wichtigsten Wirkungsstätten Jesu. Das Wetter war herrlich und die Sicht, ungetrübt.

 

Für mich war es eine wunderschöne Erfahrung auf DEM Wasser zu fahren, auf dem Jesus gelaufen ist und das Ihm gehorsam war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Danach fuhren wir mit dem Bus hinauf zum Berg der Seligpreisungen. Hier steht, wie überall, eine Kirche. Aber wir gingen nicht hinein, wir liefen stattdessen hinunter zum See. Der Weg führte uns an riesigen Bananenplantagen entlang. Hier konnte man sich die Bewässerungssysteme, große, kleine Rohre, Wasserpumpen, etc. ganz genau ansehen. Auch war sehr interessant zu sehen, wie die Israelis ihre Bananenstauden in blaue Plastiksäcke einhüllen, um sie vor Parasiten zu schützen.

Nach einer kurzen Andacht, ging es weiter nach Tabgha, die Stätte der Brotvermehrung mit seiner Kirche im romanischen Stil und den wunderschönen Mosaiken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ganz in der Nähe von Tabgha liegt Kapernaum. Dies war wohl zur Zeit Jesu ein relativ großer Ort, aber mich hat die Enge der Wohnungen bedrückt. Wir besichtigten die Synagoge, in der Jesus auftrat. Die Synagoge gilt als eine der ältesten und schönsten jüdischen Sakralbauten. Dann war da noch das „Haus des Petrus“. Ausgrabungen stießen auf Reste einer Gemeindekirche der Judenchristen aus dem 2. Jh., und man vermutet, dass es sich tatsächlich um das Haus des Petrus handelt. In diesem Haus soll Jesus die Schwiegermutter des Petrus geheilt haben.

Hier erlaubte sich die Reiseleiterin einen Witz: Jesus wusste, dass Petrus ihn verraten würde. Warum? Na, weil er seine Schwiegermutter geheilt hat.. Hahahahaha.  :o))

 

 

Die Synagoge in Kapernaum beeindruckte mich so, dass ich noch gerne eine Weile dort geblieben wäre. Es war eine andere Gruppe anwesend, amerikanische Christen, die eine Art Gottesdienst hielten, und ich fand ihre Lieder und ihre Innbrunst sehr bewegend. Immerhin waren wir tatsächlich auf den Spuren Jesu...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Der nächste Halt war Tiberias. Während die anderen die Stadt erkundeten, genoss ich einfach nur eine Cola und ein bisschen Kühle und Ruhe im Sheraton.

 

 

Danach kamen wir in Yardenit an, der Taufstätte am Jordan. Das erste was ich dort sah, war eine Nutria im Fluss. Das Tier ließ sich weder von uns noch von irgendwelchen anderen Leuten beeindrucken und schwamm seine Runden im Fluss auf und ab... Etwas später, am Ufer des Jordan, überkam mich der Wunsch, das Zeugnis meiner Erwachsenentaufe neu zu beleben. Ich dachte an ein Gebet mit den anderen zusammen oder etwas ähnliches. Ich sprach mit unserem Pastor darüber und er fand die Idee so gut, dass er mich glatt getauft hat. (Das war mein zweites Mal als Erwachsene. Eigentlich reicht es ja, wenn man sich als Erwachsener ein Mal bewusst taufen lässt, aber ich hatte ganz sicher nichts dagegen, es ein zweites Mal zu tun.). So durfte ich meine bewusste Taufe im Jordan als einen ganz besonderen Segen erleben. (Das Wasser war vielleicht kalt!).

 

 

Auf dem Rückweg fuhren wir am Eingangstor des Kibbutz Degania Bet vorbei. Ich sagte bye bye für meinen Cousin Daniel, der dort lange gelebt hat, bevor er nach Australien zog.

 

 

 

Am vierten Tag fuhr die Gruppe in die Golan-Höhen und zur Jordanquelle Safed.

Für mich war es ein Tag der Ruhe, des Fastens und der Besinnung auf Gott. Dies war mir wichtig hinsichtlich meiner Taufe am Tag davor.

 

 

Weiter ging es für mich am fünften Tag den Jordan entlang ... Richtung Jerusalem !!!

 

 

Wir fuhren zu den Funden aus der Zeit der Kanaaniter und der Römerzeit bei Beth-She’an. Das war ganz große Klasse! Ich war überrascht, dass auch hier die Überreste der Stadt so gut erhalten sind. Das Theater mit seiner beeindruckenden Akustik, der Cardo, die Thermalbäder (Heizungssystem und Toiletten inklusive), alles noch so erhalten, dass man sich vorstellen kann, wie die Römer dort gelebt haben. Hier ist meine Fotokamera kaputt gegangen.....Grrrrrrr. Trotzdem war es ein besonderes Erlebnis, auf den originalen Marmorsteinen des Cardo zu laufen und die gut erhaltenen Mosaiken zu bestaunen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die nächste Station waren die Thermalseen von Gan Hashlosha. Hier haben einige gebadet, andere sind spazieren gegangen. Ich habe mich auf den Rasen gesetzt und mir die Menschen angesehen. Die Familien mit ihren vielen Kindern und Oma oder Opa, wie sie auf dem Rasen gepicknickt und gegrillt haben... Dies wäre im ordentlichen Deutschland ziemlich undenkbar! Es war schön, die Gerüche und Geräusche vom „Leben in wilder Freiheit“ wahrzunehmen, so ganz anders als bei uns, wo so vieles in geordneten Bahnen ablaufen muss. Ich verstand auch, was gemeint ist, wenn es heißt, dass es in Deutschland keine Kinder gibt. Ich hatte mich immer gewundert, immerhin sieht man ja ab und zu welche... Aber in Israel war das anders. Da gibt es überall Kinder und zwar viele! Und manche sind so süß. Jungen orthodoxer Familien sehen aus wie ihre Väter, in schwarz-weiß und mit Hut...

 

 

Danach fuhren wir durch das Jordantal vorbei an Jericho. Leider konnten wir die Stadt nicht besichtigen, mich hätte sie sehr interessiert. Jericho galt lange Zeit als die älteste und mit ihrer Lage von 250 m unter dem Meeresspiegel auch als tiefstgelegene Stadt der Welt.

 

 

Jericho wird in der Bibel sowohl im Alten als auch im Neuen Testament mehrmals erwähnt. Hier zwei Beispiele:

 

 

Außerhalb der Stadt Jericho liegt die Stelle, an der Jesus vom Teufel herausgefordert sein soll. Es ist der Gipfel, der in der Bibel Berg der Versuchung (Mount of Temptation) genannt wird. Dort steht jetzt ein griechisch-orthodoxes Kloster. Es wurde vor der Höhle erbaut, in der Jesus 40 Tage lang fastete. Heute führt eine Seilbahn aus dem Zentrum Jerichos direkt auf den Berg.

Bei Jericho hat Jesus einen Blinden geheilt. Zitat: „Es begab sich aber, als er in die Nähe von Jericho kam, daß ein Blinder am Wege saß und bettelte. Als er aber die Menge hörte, die vorbeiging, forschte er, was das wäre. Da berichteten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorbei. Und er rief: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vornean gingen, fuhren ihn an, er solle schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber blieb stehen und ließ ihn zu sich führen. Als er aber näher kam, fragte er ihn: Was willst du, daß ich für dich tun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen kann. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das es sah, lobte Gott.“ (Lukas 18, 35-43).

 

 

 

Endlich: Jerusalem!

 

 

Wappen Jerusalems

Den ersten Eindruck bekommt man, wenn man die Stadt von der Autobahn aus sieht. Die Stadtmauer und die goldene Kuppel des Felsendoms, bekannt aus vielen Postkarten, werden endlich Realität und kommen immer näher.

 

 

In der Stadt angekommen, überwältigen einen die Stadtmauern, die Gebäude aus weißen Steinen und die dunklen Zypressen. Selten sah ich so viel Erhabenheit in einer Stadt. Man spürt, dass Jerusalem „mehr“ ist als nur eine Stadt. Es ist der geheimnis- und bedeutungsvollste Ort der Erde!

 

 

Als christliche Gruppe, interessierte uns an Jerusalem hauptsächlich die biblische Bedeutung der Stadt. Jerusalem wird insgesamt über 800 mal in der Bibel erwähnt. Immer wieder steht sie im Mittelpunkt der Heils- und Gerichtsankündigungen Gottes, so vor allem bei den Propheten Daniel, Jeremia, Jesaja, Ezechiel, Sacharja und den Psalmen, aber auch in der Offenbarung.

 

 

Einige Zitate:

 

 

„So spricht Gott der HERR: Das ist Jerusalem, das ich mitten unter die Heiden gesetzt habe und unter die Länder ringsumher!“ (Hesekiel 5,5)

 

 

„Und der HERR wird aus Zion brüllen und aus Jerusalem seine Stimme hören lassen, daß Himmel und Erde erbeben werden. Aber seinem Volk wird der HERR eine Zuflucht sein und eine Burg den Israeliten. Und ihr sollt's erfahren, daß ich, der HERR, euer Gott, zu Zion auf meinem heiligen Berge wohne. Dann wird Jerusalem heilig sein, und kein Fremder wird mehr hindurchziehen.“ (Joel 4,16-17)

 

 

„Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte. Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.“ (Psalm 137, 4-6)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


©Wayne McLean

 

 

Noch bevor wir im Hotel eincheckten, besuchten wir unsere Schwestergemeinde (Church of God) auf dem Ölberg. Leider war der leitende Pastor nicht anwesend, aber wir wurden durch das Gebäude geführt und konnten im gepflegten Garten das unvermeidliche Gruppenfoto machen. Vom Dach des Gebäudes genossen wir den Ausblick auf die Stadt, und konnten das Goldene Tor im östlichen Teil der Stadtmauer sehen. Im Buch Jesaja steht, dass, wenn Jesus wiederkommt, Er durch genau dieses Tor schreiten wird. Interessant ist, dass die Osmanen, um das zu verhindern, das Tor von innen und außen zumauern ließen! Und noch mehr, weil ein Jude nicht über Gräber läuft, sind auch noch eine Menge arabischer Gräber genau vor dem Goldenen Tor eingerichtet. :o)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Nach einer erholsamen Nacht im Olive Tree Hotel, starteten wir an einem verregneten Morgen die Besichtigung der wichtigsten Gedenkstätten und Bauten der Stadt.

 

 

Als Allererstes fuhren wir zur Gedenkstätte Yad Vashem.

Zitat: „Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.“ (Jesaja 56,5)

 

Die Gedenkstätte umfasst mehrere Abteilungen. Die erste, die wir besichtigten, war das Tal der Gemeinden. Hier stehen in Stein eingemeißelt, die Namen aller Gemeinden die im zweiten Weltkrieg ausgetilgt wurden. Darunter Heidelberg, Wiesloch, Leimen. Die Steine sind sehr wuchtig, genau wie ihre Botschaft. Wir gingen weiter ins Museum. Hier wird die Geschichte der Judenverfolgung an Hand von Einzelschicksalen dokumentiert. Auf mehr als 100 Fernsehschirmen werden Videos mit Aussagen Überlebender des Holocaust vorgestellt. Schon am Eingang überfiel mich schreckliche Hilflosigkeit. Ich konnte die Zeugnisse dieses immensen Leids nicht ertragen, ich dachte, ich muss ersticken. Ich verließ so schnell ich konnte das Museum. Im Nachhinein denke ich, dass es in mir einen Zusammenstoß gab zwischen dem deutschen und dem jüdischen Blut, das in meinen Adern fließt.

 

Wir machten eine kleine Pause zum Nachdenken und Beruhigen, und fuhren dann hinauf zum Ölberg. Nach jüdischem Glauben wird der Messias über den Ölberg nach Jerusalem einziehen und im Kidron Tal unterhalb des Hügels das Jüngste Gericht halten. Deswegen wurde am Hang des Berges ein ausgedehnter jüdischer Friedhof angelegt. Einige der Gräber stammen sogar noch aus biblischer Zeit.

In der Bibel wird der Ölberg insbesondere mit Jesus in Verbindung gebracht. So ist Er vom Ölberg aus in Jerusalem eingezogen (Lukas 19,28-40), Er hat am Ölberg über den von Ihm vorhergesehenen Untergang der Stadt geweint (Lukas 19,41-45), Er wurde am Fuß des Berges im Garten Gethsemane gefangen genommen (Matthäus 26) und Er ist vom Ölberg in den Himmel aufgefahren (Lukas 24,50).

 

 

Wir sahen den Garten Gethsemane, oder das, was von ihm übrig ist, und natürlich auch einige der Kirchen die in Erinnerung an die biblische Bedeutung des Ölberges dort gebaut wurden: die Kirche der Nationen, die Russisch-Orthodoxe Kirche mit ihren goldenen Zwiebeltürmen, usw.. .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Am Nachmittag sind wir dann über das Löwentor in die Stadt „einmarschiert“. Als erstes führte uns unser Weg in die St. Anna Kirche, auf deren Gelände sich der Teich Bethesda befindet. Hier hat Jesus einen lahmen Mann geheilt. Zitat: „Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen, in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte. Es war aber dort ein Mensch, der lag achtunddreißig Jahre krank. Als Jesus den liegen sah und vernahm, daß er schon so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin! Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin.“ (Joh.5, 2-9).

 

 

Weiter ging es dann in die Via Dolorosa. Das ist eine Straße in Jerusalem, die durch die Altstadt vom Löwentor zur Grabeskirche führt. Die Grabeskirche soll an jenem Ort stehen, wo Jesus ins Grab gelegt worden sein soll. Die Strasse verläuft durch verwinkelte Gässchen zwischen den alten Häusern, teilweise mit Bogengängen überdeckt, teilweise durch Treppen unterbrochen. Die Via Dolorosa soll jene Straße sein, die vom Amtssitz des römischen Statthalters Pontius Pilatus zur Hinrichtungsstätte am Hügel Golgatha und weiter zur Grabstätte geführt haben soll. Diesen Weg musste Jesus vor seiner Kreuzigung zurücklegen, wobei er auf einem Großteil der Strecke das Kreuz selbst tragen musste.

 

 

Für mich sollte es eine Zeit der Stille sein, die wir in dieser Strasse verbrachten. Doch es ging nicht. Basare, Händler, Touristen (wie ich)... es war nicht möglich, Ruhe zu finden.

Nur in der Geißelungskapelle, wo wir im Keller den Ort der Geißelung besichtigten, konnte ich etwas Ruhe und Besinnung finden. Zitat: „Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an und traten zu ihm und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden!, und schlugen ihm ins Gesicht.“ (Joh. 19, 1-3)

 

Im gut erhaltenen Marmorboden dieser Kapelle kann man noch Spuren der Spiele sehen, die die römischen Soldaten spielten, wenn sie sich langweilten. So ähnlich wie tres en línea. Es heißt ja auch, dass sie um die Kleider Jesu gewürfelt haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wir folgten der Via Dolorosa weiter, unter dem Ecce Homo Bogen (bedeutet „dies ist der Mann“) hindurch, durch belebte Altstadtbasare, bis wir letztendlich bei der Grabeskirche ankamen. Aber oh Schreck, die war nun ganz und gar nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Dies soll der Ort sein, an dem Jesus gekreuzigt und gestorben ist?

 

 

Ich war so enttäuscht. Ich weiß nicht genau, was ich erwartet hatte. Golgatha war doch ein Hügel außerhalb der Stadt.... Vielleicht hatte ich erwartet, einfach noch den Hügel vorzufinden. Auf die Idee, dass der Hügel IN einer Kirche sein könnte, war ich nicht gekommen. Nun, genau das fand ich vor. Den Hügel kann man nur zum Teil hinter Glas erkennen. Die Grabeskirche ist heute im Besitz sechs christlicher Konfessionen (griechisch-Orthodoxe, Katholiken, Armenier, Syrer, Kopten und Äthiopier), denen in Jahrhunderten gewachsene Eigentumsrechte an den Räumlichkeiten zustehen. Die Kirche ist dunkel und voller Reliquien, Statuen, Altären und Menschen, die ihre Babys gegen einen Stein reiben, weil hier angeblich Jesus drauf gelegen hat.... Es war richtig bedrückend.

 

 

(Kurios: Wegen interkonfessioneller Streitigkeiten verwahrt eine moslemische Familie seit mehreren Jahrhunderten die Schlüssel der Kirche. Es gibt da auch eine Leiter die seit 1852 an der Fassade der Kirche, vor einem geschlossenem Fenster steht. Hat wohl sehr viel damit zu tun, dass sich die verschiedenen Konfessionen ständig streiten und sich nicht entscheiden können, wer denn nun für die Leiter zuständig ist. :o)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


© Wayne McLean

 

Gegen Abend versanken wir im quirligen Basartreiben. Ich kaufte Souvenirs und ein paar sehr schöne Ledersandalen. Ergattert durch Feilschen für 25 Euro... Danach mal wieder Superleckeres vom Buffet im Hotel und ab ins Bettchen.

 

 

Am nächsten Morgen fuhren wir ganz früh zum Tempelplatz. Wir mussten uns beeilen, wir hatten nur Genehmigung bis zu einer bestimmten Uhrzeit und nicht einmal diese Genehmigung war sicher. Wir gingen über einen überdachten Treppengang durch Schleusen und Kontrollposten und erreichten dann den Platz. Das erste das wir sahen war gleich rechts die Al-Aqsa-Moschee, gegenüber den Felsendom mit seiner goldenen Kuppel und weiter unten, viel weiter unten (der Platz ist riesengroß), die Treppe, die zum hinteren Teil des Goldenen Tores führt. Von hier aus hat man wieder einen Blick auf den Ölberg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Der Felsendom ist der älteste islamische Sakralbau. Er ist keine Moschee, sondern ein Schrein, errichtet über dem Felsen, wo Abraham bereit war, seinen Sohn zu opfern (1.Mose 22, 1-19). Für Moslems gilt er ebenfalls als dritte der heiligen Städte des Islam nach Mekka und Medina, und ist das Andenken an die Himmelfahrt Muhammads, die hier von eben jenem Felsen aus stattgefunden haben soll.

 

 

Der Grundriss bildet ein Achteck, das in einen Kreis mit knapp 55 Meter Durchmesser eingepasst ist. Der Durchmesser des Innenkreises ist 20,37 Meter. Die Kuppel ist mit Blattgold beschichtet. Die Goldbeschichtung wurde 1993 durch König Hussein von Jordanien erneuert.

Der Felsendom ist gleichzeitig das älteste Zeugnis islamischer Architektur der Welt, sowie hervorragendes Beispiel des frühen Umayyadenstils der Islamischen Kunst.

 

 

Durch den Platz und an mamelukkischer Architektur vorbei gingen wir durch enge Gassen, deren Häuser sich fast an ihren herausragenden Erkern berühren, gleich zur Klagemauer weiter.

 

 

Sie ist ein Teil der Stützmauer des Plateaus, auf dem der große Tempel Herodes des Großen stand. Zitat: „Die Klagemauer wird von den Juden „Westliche Mauer“ genannt, da sie die Westmauer der Tempelanlage war. Sie ist 48 Meter lang und 18 Meter hoch. Heute pilgern täglich viele Menschen an die Klagemauer, um zu beten. Viele stecken auch aufgeschriebene Gebete in die Ritzen und Spalten der Mauer. Sie stellt für viele Juden ein Symbol für den Rest des ungebrochenen Bundes Gottes mit dem jüdischen Volk dar. Am Zugang zum Vorplatz der Klagemauer erfolgen genaue Personen- und Tascheninhaltskontrollen mit Schleusen und Röntgengeräten mit Metalldetektoren. Ein extra abgegrenzter Bereich direkt vor der Klagemauer gilt als Freilichtsynagoge. Daher gibt es für Frauen und Männer getrennte Zugänge, und Männer sollen eine Kopfbedeckung tragen, eine Kippa wird kostenlos gestellt. Grundsätzlich ist der Zugang auch für Nichtjuden problemlos möglich. Fotografieren ist außer am Sabbat erlaubt.“ (¤).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Interessant, zum ersten Mal auch Frauen an der Klagemauer zu sehen. Normalerweise sind es immer Männer. Trotzdem war es für mich ungewohnt. Zwei Jungs feierten ihre Bar Mitzva auf der einen Seite der Trennwand, und auf der anderen durften ihre Mütter sie über eine Mauer sehen. Da standen sie, schick und festlich gekleidet, auf Stühlen, und guckten über die Mauer... Das hat mich als Frau ein wenig traurig gemacht. Aber so ist es. Es war trotzdem eine wunderschöne Erfahrung für mich, mal an der Klagemauer gewesen zu sein und sie sogar berührt zu haben. Eine Freundin aus unserer Gruppe hat sogar einen Zettel in eine Ritze der Klagemauer gesteckt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


© Wayne McLean

 

 

 

Am frühen Nachmittag fuhren wir zum Gartengrab. Das Gartengrab liegt nördlich des Damaskustores etwas außerhalb der Jerusalemer Altstadt.

 

Die Grabkammer aus römischer Zeit wurde aus einer mehrere Meter hohen Felswand geschlagen. Heute ist sie von einer gepflegten Gartenanlage umgeben, die von einer britischen Gemeinschaft verwaltet wird und für viele Besucher Jerusalems als Ort der Ruhe offen steht. Die Anlage liegt im arabischen Teil Jerusalems und gleich daneben ist eine Bus- und Taxi-Haltestelle. Das macht alles ein bisschen laut und hektisch. Hier feierten wir einen Gottesdienst mit Abendmahl und besichtigten das Grab.

 

An der Tür steht: „HE IS NOT HERE – FOR HE IS RISEN.“

 

Zitat: “Aber am ersten Tag der Woche sehr früh kamen sie zum Grab und trugen bei sich die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten. Sie fanden aber den Stein weggewälzt von dem Grab und gingen hinein und fanden den Leib des Herrn Jesus nicht. Und als sie darüber bekümmert waren, siehe, da traten zu ihnen zwei Männer mit glänzenden Kleidern. Sie aber erschraken und neigten ihr Angesicht zur Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muß überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen. Und sie gedachten an seine Worte.“ (Lukas 24, 1-8).

 

 

Ganz wichtig, bevor es am nächsten Morgen weiter in Richtung Wüste ging, war noch die Besichtigung der Zitadelle und des Davidsturmes. Das war vielleicht schön! Die Davidszitadelle befindet sich auf der Westseite Jerusalems. Herodes der Große ließ hier eine Festung mit drei massiven Verteidigungstürmen bauen, die Ausgrabungen weisen aber auf eine wesentlich ältere Anlage hin. Heutzutage befindet sich in der Davidsburg das städtische Museum, das die Geschichte Jerusalems darstellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Natürlich konnten wir uns auch das Jüdische Viertel auf dem Zionsberg nicht entgehen lassen. Wir liefen durch das Zionstor in die Altstadt. Ein merkwürdiges Tor. Es hat ein Loch über dem Eingang, durch das etwaige Angreifer mit siedendem Wasser übergossen werden konnten. Der Innenraum, also der Weg durch das Tor beschreibt einen rechten Winkel - so sollte Reitern verhindert werden, das Tor im Sturm zu durchbrechen. 1967 war es dieses Tor, durch das die Israelische Armee eindrang, um die Altstadt zu besetzen. Bis heute sind Einschusslöcher im Gemäuer zu sehen.

 

 

Weiter durch die engen Gassen, besuchten wir auf der Kuppe des Berges eine Stätte, die von den Juden als Grab König Davids verehrt wird, und einen Saal, den die Katholiken für den Saal des letzten Abendmahls halten.

 

 

Irgendwo, ich kann mich nicht erinnern, hatten wir einen atemberaubenden Ausblick über die Stadt. So wurde unser zweiter und letzter Abend in Jerusalem zu einem herrlichen Erlebnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Jemand hat geschrieben, dass es in Jerusalem "zwei Welten innerhalb einer Stadt" gibt, die der Stadt die besondere Atmosphäre verleihen. Offiziell ist die Stadt zwar nicht geteilt, aber die Unterschiede sind offensichtlich. Im Osten leben überwiegend Palästinenser, im Westen Israelis. Die Grenzen verlaufen fließend, sind aber auch für Ortsunkundige zu erkennen: Durch die engen Gassen des muslimischen Teils der Altstadt drängen sich die Menschen an den Verkaufsständen der Händler vorbei. Es riecht nach orientalischen Gewürzen, wie auf einem Basar. Ganz anders im Westen. Hier prägen moderne Geschäfte und Einkaufsstraßen das Bild.

 

 

Zurück im Hotel, ließen wir uns wieder kulinarisch verwöhnen und packten unsere Koffer für den nächsten Morgen. Ich war aufgeregt und gespannt, weil ich noch nie so richtig in einer Wüste gewesen war und nun würde ich keine geringere als die Negev Wüste kennen lernen!

 

 

 

Shalom Jeruschala’im!

Toda raba.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir verließen Jerusalem am 8. Tag unserer Reise, und fuhren nach Bethlehem. Die Stadt grenzt südlich an Jerusalem an und gehört zu den palästinensischen Autonomiegebieten. Wir fuhren durch die Trennmauer, durch Passkontrollen und Schleusen. Wir mussten den Bus wechseln; unsere Reiseleiterin, als Israelin, durfte zwar mit, aber es war ihr nicht erlaubt, uns durch die Stadt zu führen. Wir bekamen einen arabischen Reiseleiter an ihrer statt.

 

 

Zitat: „Die erste Erwähnung Betlehems in der Bibel findet sich in Gen. 35,19, wo es heißt, dass Jakobs geliebte Frau Rahel "an der Straße nach Efrata, das jetzt Betlehem heißt", begraben wurde. Nach der Eroberung Kanaans durch die israelitischen Stämme fiel Bethlehem dem Stamm Juda zu. Auch das Geschehen aus dem Buch Rut spielt sich zu einem großen Teil in Bethlehem ab und sowohl Ruts Schwiegermutter Naomi als auch ihr späterer Mann Boas kamen aus diesem Ort. Bethlehem war laut 1.Buch Samuel (AT) der Herkunftsort Davids, wo auch der erwartete Messias als Nachkomme ("Sohn") Davids zur Welt kommen sollte (Mi. 5,1). Laut den Berichten der Bibel im Matthäus- und Lukasevangelium (NT) stand in Bethlehem der Stall, in dem Jesus Christus geboren wurde. Die ursprüngliche Lage des Stalls ist nicht überliefert. Durch den Besuch orientalischer Magier in Jerusalem wurde König Herodes auf das Kind aufmerksam und versuchte es umzubringen, indem er in Bethlehem und Umgebung alle männlichen Kinder im Alter von bis zu zwei Jahren töten ließ (Mt. 2,12-16))“. (¤)

 

 

Zuerst besuchten wir die Hirtentäler und die Höhlen, in denen die Hirten lebten. Die Tradition hat es, dass die Hirten von hier aus dem Stern zum Jesuskind folgten. Wir hielten eine kurze Andacht, und um Punkt zehn Uhr klang eine Sirene, die zwei Minuten Schweigen für die Opfer des Holocausts einläutete. Es war der 25. April, israelischer Gedenktag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wir gingen zu Fuß zur Geburtskirche. Es ging den Hang hinauf und es dauerte eine Weile, bis wir dort waren. Die Geburtskirche ist eines der ältesten, vollkommen erhaltenen Kirchengebäude aus frühchristlicher Zeit. In ihr werden ständig Gottesdienste in griechisch-orthodoxer Tradition abgehalten. Man kommt nur durch eine kleine Tür hinein. Sie ist so klein, weil früher viele Reliquien und andere Objekte aus den Kirchen entwendet wurden. In dem man die Tür so klein machte, wurde sichergestellt, dass niemand etwas mitnehmen konnte. Die Kirche ist drinnen genauso dunkel wie die Grabeskirche.

 

 

Die Priester hielten gerade eine Messe ab als wir kamen, und andere Touristen warteten auch schon darauf, an den Ort zu gelangen, wo es heißt, dass Jesus geboren worden sein soll. Die Schlange der Wartenden wurde immer länger und die Priester waren verärgert und ließen uns spüren, dass wir stören. Der eine hat vor unseren Füssen gefegt, der andere gelangweilt den Staub hin und her geschoben, sie taten alle etwas. Sie waren so verärgert, dass sie uns durch die Kirche scheuchten und eine Frau aus meiner Gruppe stolperte. Beim stolpern riss sie einen Absperrungskordel mit sich, der zwischen zwei Leuchtern befestigt war. Plumps lagen auch die Leuchter auf dem Boden. Es war ein peinlicher Auftritt. Aber es fragt sich nur, für wen. Einer der Priester verlangte sofort 100 Euro!!! Nach einer Gedenkpause und mehreren Besprechungen mit anderen (die Polizei, unser arabischer Fremdenführer, unsere israelische Reiseleiterin, usw.) meinte er jedoch, na ja, wenn sie sich entschuldigen würde, würde alles wieder in Ordnung sein. Na dann!

 

 

 

 

 

 

Ganz lustig: Die Ornamente in diesen Kirchen sind sehr gewaltig und für uns etwas ungewohnt. Vor allem die Lampen und Lüster sind aus Gold, Bronze oder Kupfer. Sie sind schwer und alt und staubig ... sehr imposant. Faszinierend sind auch die Farben. Fast alle haben etwas Buntes. Und dies dürfte uns bekannt sein: An den Lampen hängen, als ultimatives Sahnehäubchen, ganz normale Weihnachtskugeln! :o))

 

Im Bild unten sieht man es zwar leider nicht im Vordergrund, aber hinten rechts, wo es rot und grün schimmert (der Gebrauch einer Lupe wird empfohlen), dort hängen rote und grüne Weihnachtskugeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Über Jerusalem fuhren wir in die Wüste, in Richtung Qumran.

 

 

 

Die Wüste Negev und erste Begegnung mit dem Toten Meer !!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die israelische Wüstenlandschaft ist überraschend schön und vielfältig. Es gibt Dünen und bizarr geformte Sandsteinhügel, Krater, zerklüftete Schluchten und Trockentäler, Hochplateaus und Oasen... Was will man mehr? Sie ist ein Paradies für Wanderer und Tierfreunde, aber auch für Geologen, Botaniker und Archäologen. In den Wüsten Israels wurde viel Sehenswertes ausgegraben. Beispiele hierfür sind Qumran, Masada, Timna Park, Be’er Sheva... Beeindruckt haben mich besonders die Auffangbecken für Wasser, die Reservoire und Zisternen (besonders in Masada und der Nabatäerstadt Avdat). Die wunderschönen Oasen wie En Gedi und En Avdat sind hauptsächlich in Wadis entstanden, aber es gibt auch ausgeklügelte Bewässerungssysteme, die schon vor 2000 Jahren mit einem Minimum an Wasser gute Ernte einbrachten. Heute gibt es ein modernes Bewässerungssystem, das jedes Jahr neue Teile der Wüste zum Blühen bringt und aus dem trockenen Wüstenboden fruchtbares Land macht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abenteuerfreaks kommen hier auf ihre Kosten. Es wird wahnsinnig viel angeboten. "Survival-Training" in der Wüste, Jeep-Safaris oder Kamel-Touren mit Übernachtung im Beduinenzelt.... Oder einfach eine Zeit der absoluten Stille und Einsamkeit, um seine Gedanken in Ordnung zu bringen und ganz nah bei Gott zu sein. Immerhin hat sich das wichtigste Kapitel der jüdischen Geschichte mit Gott in der Wüste zugetragen (2.Mose, 13ff).

Ich habe richtig Lust auf Wüste bekommen, und das will was heißen, wo ich doch eher eine Wasserratte bin.

Beduinen haben wir auch gesehen. Sie ziehen noch heute mit ihren Schafen und Kamelen als Nomadenvolk durch die Wüste. Aber die Zeiten ändern sich auch für sie. Interessant war eine Beduinenfrau, gekleidet mit typischer Beduinenkleidung mitten in ihrer Schafherde... und, wenn ich es mir nicht eingebildet habe, hat sie gerade mit einem Handy telefoniert !!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere erste Wüstenstation war Qumran. Hier kamen wir am Nachmittag an. Die Schriftrollen vom Toten Meer, auch „Schriftrollen von Qumran genannt, wurden in unmittelbarer Nähe von Qumran, einer Ruinenstätte im Westjordanland am toten Meer, im Jahre 1947 entdeckt. Sie wurden in elf Höhlen direkt an der Küste des Toten Meeres gefunden. Und genau da waren wir jetzt! Ich konnte es kaum glauben!

 

 

Die Legende besagt, die Schriftrollen seien von einem Beduinenhirten gefunden worden, der eine entlaufene Ziege suchte. Als er sie mit Steinwürfen aus einer der Höhlen jagen wollte, hörte er es scheppern. So entdeckte er die Schriftrollen, die in Tonkrügen aufbewahrt wurden und offenbar unversehrt die Jahrhunderte überstanden hatten. Die Ruinen der Siedlung deuten auf eine umfangreiche Schreiberwerkstatt und den Ort der monastischen Glaubensgemeinschaft der Essener hin. Unter diesem Eindruck sind auch alle Siedlungsspuren aus dieser Perspektive interpretiert, die Tauchbecken gelten als Beweis für die rituelle Reinheitspraxis der Gemeinschaft, es gab Versammlungsräume, Gebetsräume, usw..

 

Im Laufe der Zeit haben sich aber immer mehr Fragen aufgetan. Das genaue Verhältnis zwischen Rollen, Siedlung und der Gemeinschaft der Essener ist bis heute nicht ganz geklärt. Offene Fragen sind, zum Beispiel, ob die Rollen tatsächlich in Qumran geschrieben wurden. Man hat zwar in den Resten der Siedlung Hinweise darauf gefunden, dass es eine richtige Schreiberwerkstatt gab, aber warum haben sie die Rollen geschrieben? Für wen? Wurde das, was geschrieben wurde auch so geglaubt und so praktiziert in Qumran? Ist die Gemeinschaft hinter den Texten der Rollen wirklich essenisch? War es überhaupt eine einzelne Gemeinschaft, oder waren es mehrere Gruppen, die die Schriften verfassten? Immerhin wurde ermittelt, dass die Rollen von insgesamt 500 verschiedenen Schreibern stammen. Darunter sind viele Kopien. Die Psalmen z.B. in 36 Ausführungen....

 

 

Mit den Köpfen voller Fragen und ganz neuer, „wüster“ Eindrücke, fuhren wir weiter nach En Gedi.

 

 

En Gedi ist eine wasserreiche Oase im nördlichen Teil der Negev Wüste. Sie liegt in einem Wadi am Westufer des Toten Meeres, nur wenige Kilometer südlich der Grenze zum Westjordanland. Ein Wadi ist ein trockenliegendes Flussbett, das nur nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser trägt. Ein Wadi kann bis zu 100 m tief in die umgebende Wüste einschneiden und (extrem) steile Seitenwände aufweisen. Viele Oasen, so wie En Gedi und En Avdat, liegen in Wadis. Dadurch, dass die Wadis sich meist nahezu schlagartig mit Wasser füllen, sind sie für Mensch und Tier ziemlich gefährlich.(¤)

 

 

In der Bibel wird der Name En Gedis und der umgebenden Wildnis mehrere Male erwähnt. Die Oase war nicht nur wegen ihrer üppigen Vegetation, sondern auch wegen ihrer Unzugänglichkeit für den von König Saul verfolgten David ein ideales Versteck. Die Bibel spricht daher von gewissen "schwer zugänglichen Orten in En-Gedi" (1.Samuel 23), was jeder einzelne unserer Gruppe bestätigen kann. Es war ein richtiges Abenteuer! Für mich allerdings weniger. Während die anderen sich über Stock und Stein durch die steinigen Pässe auf den Weg machten, war ich einfach begeistert von den Tieren. Es gab Steinböcke, große und kleine, Vögel und, was ich noch nie gesehen hatte, „Klippenspringer“. Die Klippenspringer sind wie Nutrias, sehen auch so aus -vielleicht ein bisschen kleiner-, aber im Gegensatz zu den Nutrias springen sie gerne von Klippen herunter. Ich habe aber leider keins springen sehen. Ich war extra am Wasserfall zurückgeblieben, um sie zu beobachten. Und gerade als eins springen wollte, kam eine ganze Mädchenklasse zum Wasserfall und stürzte sich jauchzend und kreischend mit allen Klamotten ins Wasser. Etwa 30 oder 40!!! Das war natürlich auch interessant. Ich habe erfahren, dass die Mädchen in eine strenge jüdisch orthodoxe Schule gehen, und ich sah auch, dass sie bewacht wurden – mit Gewehren. Aber die Viecher haben sich natürlich verkrochen und ich habe sie nie wieder gesehen... Grrrrr.

 

Als es langsam Abend wurde und die Mägen knurrten, fuhren wir in die Wüstenstadt Arad, wo wir zwei Nächte verbringen würden.

 

Arad wurde in den sechziger Jahren von einer Gruppe junger Israelis gegründet, von denen die meisten ehemalige Kibbutz- oder Moschad-Bewohner waren. Sie suchten nach einer ruhigen Umgebung, die nicht die typischen Probleme einer Stadt aufwies: zu viele Menschen, Verkehr, Lärm und Umweltverschmutzung.

 

Heute wohnen dort viele Künstler, aber auch Angestellte der Kliniken und Hotels der Umgebung, wie zum Beispiel En Gedi.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Masada.

 

Endlich! Ich hatte schon so viel gehört... Es hat meine Erwartungen übertroffen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Masada, der letzte Stützpunkt der Juden im Kampf gegen die Römer. Von Herodes dem Großen zu einer riesigen Festung ausgebaut, ist sie als Zufluchtsort der jüdischen Zeloten und damit Sinnbild für den Widerstand gegen die römischen Besatzer im 1. Jahrhundert nach Christus in die Geschichte Israels eingegangen. Noch heute zeugen die Ausgrabungen auf dem über 400 Meter westlich über dem Toten Meer aufsteigenden Felsen von der Größe der Burg zu Herodes' Zeiten. (¤)

 

 

Am 9. Tag unserer Reise besuchten wir ganz früh Masada. Wir liefen zu Fuß zur Festung hoch und es war einfach phantastisch für eine kurze Zeit „ein Teil“ dieser Wüste zu sein. Für mich war Masada der absolute Höhepunkt der archäologischen Sehenswürdigkeiten in ganz Israel. Allein der Ausblick über die Weiten der judäischen Wüste und das Tote Meer ist unbeschreiblich. Aber auch die Geschichte dieser Festung lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.

 

Zitat: „Der jüdisch-römische Historiker Flavius Josephus überlieferte die Belagerungsgeschichte Masadas in seinem Werk "Der jüdische Krieg". Demnach verteidigten sich in den Jahren 70 bis 73 n. Chr., nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem, in Masada insgesamt 973 Zeloten (eine militärische Widerstandsbewegung der Juden gegen die römische Besatzung) gegen eine Übermacht von 15.000 römischen Legionären unter dem Befehlshaber Flavius Silva. Insgesamt wurden acht Lager angelegt, deren Reste bis heute sichtbar sind. Anschließend bauten die Römer an der niedrigeren Westseite der Festung eine noch heute gut erhaltene Belagerungsrampe, die bis an die Mauern der Festung reichte. Über diese Rampe führten sie Rammböcke und andere Belagerungsmaschinen an die Festung heran, um die Festungsmauer zum Einsturz zu bringen, was ihnen schließlich auch gelang. Flavius Josephus berichtet, dass die Belagerten angesichts ihrer aussichtslosen Lage beschlossen, lieber als freie Menschen zu sterben, als den Römern in die Hände zu fallen. Als die Soldaten die Festung stürmten, fanden sie nur noch zwei Frauen und fünf Kinder lebend vor. Alle anderen Menschen in der Festung hatten den Freitod gewählt. Durch diese Überlieferung wurde Masada zum Symbol des jüdischen Freiheitswillens.“ 

„Die Vorgänge um die Festung Masada haben einen erheblichen Einfluss auf das Selbstverständnis der Israel Defense Forces, der israelischen Armee. Die Abschlussmanöver der militärischen Grundausbildung enden nach zwei Tagen Dauer auf der Festung. Im Schwur der Soldaten wird die Festung zu einem Symbol des jüdischen Selbstbehauptungswillens: "Masada soll nie wieder fallen".(¤)

 

 

Noch heute kann man die Umrisse der römischen Lager von Masada aus sehen. Sehr gut erhalten ist der Taubenschlag. Das sind die Wohnungen der Tauben, die den Zeloten damals sowohl als Ei- und Fleischlieferanten als auch als Postweg dienten. Auch die Federn wurden zum Schreiben benutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Als wir mit der Besichtigung fertig waren, sind einige von uns mit der Seilbahn herunter gefahren. Das war auch ganz ulkig. Die Fahrt endete in einer Art Schlaraffenland, wo es Orangen und anderes Obst und natürliche Säfte und alles mögliche zu Essen und zu Kaufen gab. Dort konnten wir uns dann ausruhen und von der Hitze erholen. Ich habe hier auch reichlich Postkarten gekauft, denn Masada ist wirklich etwas Besonderes!

 

 

Als wir mit der Besichtigung fertig waren, sind einige von uns mit der Seilbahn herunter gefahren. Das war auch ganz ulkig. Die Fahrt endete in einer Art Schlaraffenland, wo es Orangen und anderes Obst und natürliche Säfte und alles mögliche zu Essen und zu Kaufen gab. Dort konnten wir uns dann ausruhen und von der Hitze erholen. Ich habe hier auch reichlich Postkarten gekauft, denn Masada ist wirklich etwas Besonderes!

 

 

Das Tote Meer

 

 

Nach den aufregenden Stunden auf Masada, fuhren wir ganz entspannt nach En Bokek am Toten Meer, um dort ausgiebig im Salzwasser zu baden.

 

 

Zitat: Das Tote Meer ist ein See, der vom Jordan gespeist wird. Er grenzt an Israel, das Westjordanland und an Jordanien.

Es bildet einen abflusslosen und rund 600 Km2 großen Salzsee, der als so genannter „Endsee“ in einer Depression liegt. Diese ist Teil des Jordangrabens, der die nördliche Fortsetzung des so genannten „Großen Afrikanischen Grabenbruchs“ darstellt. Seine Wasseroberfläche wird häufig mit Werten um 396 m unter NN angegeben; tatsächlich liegt der Wasserspiegel bei einer fortschreitenden Austrocknung bereits seit einigen Jahren unter -400 Meter. Neueste israelische Karten (2006) zeigen bereits -418 m als Seespiegelhöhe an. Die Küste des Sees bildet damit den tiefsten frei zugänglichen Punkt der Erdoberfläche; das Tote Meer ist der am tiefsten liegende See der Erde, aber nicht der tiefste. (¤)

Wichtig für die Region ist auch der Badetourismus. Wegen des fast zehnfachen Salzgehaltes gegenüber anderen Meeren trägt das Wasser jeden Körper wie Schaumpolystyrol, man kann also praktisch nicht untergehen. Da das Salz jedoch schon bei kleinsten Hautverletzungen brennenden Schmerz verursacht, ist erhöhte Vorsicht geboten, zumal die Uferzone verkrustete Steine und scharfkantige Salzstöcke aufweist. Noch schlimmer wird es, wenn Meerwasser in die Augen gerät: der Weg zum nächsten Süßwasserhahn ist meist weit. Andererseits werden die Mineralien des Toten Meeres nicht nur in vielen Körperpflegeprodukten verarbeitet, sondern haben auch eine heilende Wirkung bei Hautkrankheiten, so dass in manchen Fällen von Schuppenflechte Kuraufenthalte auch von deutschen Krankenkassen bezahlt worden sind.(¤)

 

 

Ich bin nur bis zu den Schenkeln ins Wasser gegangen. Mir war nicht sehr wohl, es war so heiß. Ich habe das Wasser berührt, es war ölig und etwas eklig im Gefühl. Deshalb habe ich es lieber gelassen. Aber ich hatte meinen Spaß mit den Leuten. Einige liefen am Strand herum wie Zombies, alle schwarz eingeschmiert, andere lasen die Zeitung im Wasser oder ließen sich einfach treiben ohne Angst zu haben, dass sie untergehen. Aber die dicken Badegäste mussten vorsichtig sein. Wenn sie sich aus Versehen umgedreht hatten, so mit der Nase ins Wasser, konnten sie ganz schlecht wieder von alleine in die normale Position zurück...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Okay, okay. Ich gebe es ja zu. Mir kam das Ganze etwas unheimlich vor. Ich habe mir das Thema „im Toten Meer baden“ für meine nächste Reise aufgehoben.

 

 

Als jeder wieder trocken war, was eine Weile dauerte (Öl!), fuhren wir ins Hotel zurück. Dort erwartete mich ein entspannendes Bad, das ich mit einem gewissen Anteil an schlechtem Gewissen nahm, waren wir doch in der Wüste und da gibt es bekanntlich nicht so viel Wasser. Aber ich brauchte es... Danach ein leckeres Abendessen und ins Bett.

 

 

Am 10. Tag unserer Reise würden wir die letzte Etappe in den Süden Israels antreten. Das Ziel: Eilat: Vom Toten Meer zum Roten Meer.

 

 

Wir fuhren morgens zuerst zum Grab Ben Gurions. Welch eine Liebe zur Wüste, dass er im Negev nicht nur gelebt und im Kibbutz Sede Boker mitgearbeitet hat wie jeder andere auch, sondern sogar dort begraben sein wollte!

 

 

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David Ben Gurion (1886-1973) Der Vater des Staates

"Der Staat Israel wurde vom jüdischen Volk für das jüdische Volk geschaffen.

Das ist seine Existenzberechtigung und die Bedingung für sein Überleben."

 

David Ben Gurion (1886-1973) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Als wir weiter fuhren, nahmen wir drei Soldaten und eine Soldatin mit, die sonst zu spät in ihrer Kaserne angekommen wären. Unsere Reiseleiterin erzählte uns, dass weitläufige Gebiete der Negevwüste ausschließlich durch das Militär genutzt werden. In dieser Region konzentrieren sich die wichtigsten Militärflughäfen Israels und hier werden auch Truppenübungen und Raketentests ausgeführt.

 

 

Nächster Halt waren die Nabatäerstadt Avdat und die Quelle En Avdat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Im 2. Jh. v. Chr. legten die Nabatäer mitten im Negev zum Schutz ihrer Karawanenroute zur Mittelmeerküste diese Stadt an. Sie erhielt den Namen ihres Erbauers, König Obadas (Abdat) II. Avdat wurde im Jahr 106 zerstört, erlangte aber um 400 unter byzantinischer Herrschaft wieder Bedeutung. Heute ist Avdat eine "historische Stätte".

 

 

Eindrucksvoll sind die rechteckige Festung mit ihren Türmen, die Reste einer antiken Straße, die Ruinen eines Klosters und zweier Kirchen. Für die Mauern der nördlich gelegenen Kirche, von der zwei Reihen prächtiger Säulen erhalten sind, wurden Quadersteine eines nabatäischen Tempels verwendet.

Die Höhlen am Fuß des Hügels dienten als Grabkammern. Avdat wurde in den frühen 1950er Jahren freigelegt und teilweise rekonstruiert. Mit ihren beeindruckenden Gebäuden gehört sie zu den sehenswertesten antiken Stätten des Landes. Ein Höhepunkt ist die Rekonstruktion einer landwirtschaftlichen Anlage der Nabatäer. Ihr Erfolg basierte auf einem ausgeklügelten Abflussbewässerungssystem. In diesem Teil der Wüste regnet es wenig, wenn es aber regnet, wird das Wasser vom Lössboden nicht aufgenommen. Das Bewässerungssystem sammelte Wasser in einem Netz von Feldern und Terrassen, die von Staudämmen und Kanälen gespeist wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


En Avdat ist eine wunderschöne Oase mit einem steilen Wasserfall und imposanten Klippen in der Nähe von Avdat. Am Abend und am Morgen kann man dort Steinböcke beobachten.

 

Hier hatte es sich eine kleine Ziege zur Aufgabe gemacht, unsere Gruppe zu überwachen und aufzupassen, dass keiner verloren geht. Sie folgte uns auf Schritt und Tritt, und blieb immer beim Letzten stehen! Jegliche Versuche, sie von ihrem Ziel abzubringen, blieben erfolglos. Später fragten wir einige Angestellte des Parks, ob die Ziege dort wohnt. Man sagte uns, dass sie einem Angestellten gehöre, sie sei ihm morgens nachgelaufen als er zur Arbeit ging und nun müsse sie warten, bis es abends wieder heim geht. So hat sie sich eine Aufgabe gesucht, um sich die Zeit zu vertreiben.... Eine kluge kleine Ziege!

 

 

Nächster Halt war der riesige Machtesch Ramon .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Der Ramon-Krater ist der größte Erosionskrater in der Wüste Negev.

In der größten Ausdehnung misst er fast 40 km. Am nördlichen Kraterrand liegt das Wüstenstädtchen Mizpe Ramon. Von dort aus konnten wir einen guten Ausblick auf den Krater und seine unglaubliche Weite genießen. Im Besucherzentrum konnten wir alles über Geographie und Geologie des Kraters lernen. Eine audiovisuelle Präsentation beschreibt die Negev und ihre Krater, die Geschichte der Besiedlung der Negev, ihre Flora und Fauna. Leider haben wir den Krater nicht näher sehen können. Die vom Erosionsprozess freigelegten Sehenswürdigkeiten (urzeitige Vulkankegel, versteinerte Baumstämme und Korallenriffe, Magmaspalten, Fossilien, usw.) sieht man nur, wenn man durch den Krater läuft. Dazu war es aber wirklich zu heiß.

 

 

Als wir weiterfuhren, bemerkten wir, dass die Erde immer roter wurde. Wir waren auf dem Weg zum Timna Park.

 

 

Dreissig Kilometer nördlich von Eilat liegt der Timna Nationalpark. Dies ist die Welt der bizarren Steinformationen aus roten Felsen und roter Erde.

In der Nähe liegen die sog. Kupferminen des Königs Salomo, außerdem kann man Überreste von Kupferbergwerken des Altertums und aus byzantinischer Zeit sehen.

 

 

Wir hätten uns, laut Programm, einen Film über Geschichte und Geologie des Timna Parks anschauen sollen, aber wir kamen zu spät, das Besucherzentrum war geschlossen. Auch hatten wir kein Glück mit der Bundeslade... Schade, auch geschlossen. Wir sahen uns also an, was ging. Und das waren zum Beispiel die wunderschönen Säulen der Minen des Königs Salomo. Es sollte dort wohl eine Hochzeit stattfinden. Es war überall geschmückt, Tische waren aufgestellt und eine Musikband war gerade dabei, ihre Instrumente aufzustellen. Mann, muss das eine Party gewesen sein!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Im Timna Park und besonders an diesem Ort, vor den Säulen Salomos, werden heutzutage Konzerte mit großen Stars abgehalten, z.B. Madonna.

 

 

 

 

Ich wunderte mich, was die Ägypter mit den Minen des Königs Salomo zu tun gehabt haben könnten. Hier die Antwort: Neben den zwei nebeneinander stehenden, natürlichen Sandsteinsäulen von ca. 50m Höhe, stand wohl ein ägyptischer Tempel aus der späten Bronzezeit. Die Säulen sind das Resultat natürlicher Erosion: Feuchtigkeit sickert in die Spalten und reibt den Felsen ab; die äußere Schicht des Steines widersteht der Reibung nicht und lange hohle Zwischenräume werden geformt, die dann Säulen entstehen lassen. Neben den Säulen (etwas oberhalb der Ruinen des ägyptischen Tempels) befindet sich eine Steinmalerei von Pharao Ramses III., der der Göttin Harthor (Göttin des Bergbaus) eine Gabe überreicht. (¤¤)

 

Die Kupferbergwerke im Timna existieren schon seit 6000 Jahren. Wahrscheinlich befindet sich im Timna Park das älteste Bergwerk der Welt. Hier fing die technische Revolution an, dass man Metall auch für das tägliche Leben benutzte. Vom 14. bis zum 12. Jahrhundert vor Chr. bauten ägyptische Expeditionen hier ein großes Kupferbergwerk (zur Zeit von Pharao Seti I, bis Ramses V.). Die alten Ägypter benutzten Maulesel, um die Kupferblöcke zum Hafen an den Golf von Eilat auf die Insel Gzirat Faran zu transportieren, um sie dort weiter zu verarbeiten. (¤¤)

 

Nun, jetzt ist alles klar.

 

Langsam wurde ich müde. Irgendwann kann man einfach keine Steine mehr sehen. Und ich glaube, ich war nicht die Einzige. Wir schliefen und dösten den letzten Teil unserer Fahrt nach Eilat. Es dauerte auch nicht lange und dann waren wir endlich da!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend hatten wir endlich Eilat erreicht. Wir waren so was von fertig !!! Gott sei Dank war der nächste Tag FREI.

 

 

Eilat liegt an der Südspitze Israels im Süden der Wüste Negev. Die Stadt ist der einzige Zugang Israels zum Roten Meer. Der israelische Küstenabschnitt ist nur 12 Kilometer lang. Gleich „nebenan“ befindet sich Jordanien, so dass man Abends Lichter von jordanischen Häusern sehen kann. Im Hafen kann man sowieso bei guter Sicht noch Küsten von Israel, Ägypten, Jordanien und Saudi Arabien sehen.

Eilat war schon im 10. Jahrhundert v. Chr. besiedelt und wurde nach dem Alten Testament von König Salomo, u.a. von den Römern und Byzantinern als Hafen genutzt. In der Antike liefen vor allem Schiffe den Hafen an, die das Kupfer aus den nahen Minen von Timna abtransportierten. 1116 n. Chr. wurde die Stadt von Kreuzfahrern erobert, fiel dann wieder in arabische Hände und wurde erst 1949 von Israelis neu besiedelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Beide Fotos © datafox

 

 

Nach einem wohlverdienten Schlaf und einem ausgiebigen und leckeren Frühstück, formierten sich am nächsten Morgen kleine Gruppen. Die einen gingen ins Delphinarium, andere gingen Schnorcheln oder fuhren noch mal in den Timna Park um das nachzuholen, was wir am Tag vorher nicht hatten sehen können. Andere, so wie ich, gingen in der Stadt spazieren, Eis essen und shoppen. Ich habe den Tag genossen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abends in Eilat

 

 

 

Die Rückfahrt über Beer’Sheva

 

 

Langsam machte sich das Gefühl breit, dass der Abschied naht. Als wir nach nur zwei Nächten in Eilat wieder unsere Koffer packten, blieb uns nur noch eine Nacht in Tel Aviv und dann würden wir wieder heim fliegen. Einerseits ein schönes Gefühl, wieder nach hause zu unseren Lieben zurück zu kehren, andererseits blieb noch so viel zu sehen!!!

Obwohl ich selbst von Steinen müde war, wollte ich noch die Zeit auskosten. Es waren immerhin  „wichtige“ Steine... Steine mit einer Geschichte, die mit Gott und den Menschen zu tun hat. Zum Beispiel, in Beer Sheva.

 

 

Beer Sheva heißt übersetzt "Brunnen der Sieben" oder "Brunnen des Schwurs". In der Bibel wird die Stadt mehrfach im Zusammenhang mit Abraham und Isaak erwähnt. Im 1.Buch Mose wird geschildert, wie Abraham einen Bund mit Abimelech schließt und dadurch einen von ihm gegrabenen Brunnen ungestört nutzen kann (Kap. 21, 22ff.). Nach der Darstellung der Bibel lag später bei Beer Sheba die Südgrenze des israelitischen Siedlungsgebiets (Richter 20,1).

 

 

Ausgrabungen auf dem Tell ergaben, dass ab 1100 v. Chr. eine stark befestigte israelitische Stadt existierte. Auch in späteren Jahrhunderten war die Stadt besiedelt. Die Makkabäer, die Römer und Byzantiner hatten hier Truppen stationiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Selbstverständlich gingen wir auch hinunter zum Brunnen. Wir mussten Sturzhelme aufsetzen und es dauerte auch eine ganze Weile bis wir unten waren, aber es hat sich gelohnt. Wir durften nämlich mal wieder eines jener ausgeklügelten Bewässerungswunder bewundern, die wir im Negev kennen gelernt hatten!

 

 

Interessant war auch, dass die Ausgrabungsstätte (Tell) so nah an der modernen Stadt Beer Scheva liegt. Man kann vom Tell aus die Skyline der Stadt sehr deutlich erkennen. Heute ist Beer Scheva eine der größten Städte Israels. Sie ist überwiegend erst wenige Jahrzehnte alt, aber es gelang ihr, sich zu einem Zentralort der Region zu entwickeln.

Das Zentrum der Stadt liegt bis heute im Bereich der Altstadt, obwohl in den zurückliegenden Jahrzehnten vorübergehend versucht wurde, andere Zentren zu schaffen. Nördlich der Altstadt wurden große Wohngebiete errichtet, während vor allem im Osten größere Industriegebiete (mit Betrieben der Bereiche Keramik, Baumaterial und Chemie) geschaffen wurden.

Beer Scheba hat mit der 1966 gegründeten Ben-Gurion-Universität des Negev (BGU) eine der bekanntesten Universitäten des Landes und sie beherbergt außerdem noch weitere akademische Institute und eine Zweigstelle der offenen Universität.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die Fahrt von Eilat nach Tel Aviv war lang. Aber das sollte noch nicht alles gewesen sein!

 

 

Wir machten Halt in Kiryat Gat. Hier gab es zwar nichts Besonderes, aber unsere Reiseleiterin hatte uns erzählt, dass es in Beit Gubrin schöne Höhlen zu besichtigen gibt. In Kiryat Gat machten wir also erstmal Pause. Da war dieses kleine Café am Straßenrand. Jeder hatte sich etwas gekauft, so auch ich, und ich setzte mich dann zu unserem Pastor Helmut an den Tisch, um mit ihm und Maria, unserer Reiseleiterin, ein bisschen zu quatschen. Auf einmal bemerkte ich, dass Helmut „komisch“ aussah. Er hatte den Mund hochgezogen und konnte kaum sprechen. Ich vermutete sehr schnell, dass ihm etwas passiert war. Ich testete seine Reaktion (hey, Helmut, erzähl mal ´nen Pastorenwitz!) und als nichts kam, musste ich Alarm auslösen...

 

 

Ein Schlaganfall mitten in der Wüste !!!....

Aber Gott sei Dank war es nicht so schlimm! Maria und unser Busfahrer kümmerten sich sofort um Hilfe. Eine Ambulanz kam sehr schnell, und Helmut wurde ins Krankenhaus in Ashqelon gebracht. Da er kein Wort Englisch spricht, musste ein Ehepaar aus der Gruppe bei ihm bleiben, um zu übersetzen.

Es stellte sich heraus, dass es ein leichter Schlaganfall gewesen war und dass Helmut noch eine ganze Woche in Ashqelon bleiben musste. Für das Ehepaar bedeutete das auch eine Woche Verlängerung in Israel...

 

 

So fuhren wir dann nach Tel Aviv weiter. Alle ziemlich bedrückt und besorgt um Helmuts Zustand, aber dennoch froh, dass alles gut gelaufen und Helmut in guten Händen war.

 

 

Tel Aviv ist eine interessante Stadt! Wir konnten nicht mehr viel sehen an dem Abend. Einige machten einen Spaziergang an den Strand, andere gingen gleich ins Bett. Aber wir hatten ja noch den nächsten Tag bis zum frühen Nachmittag zur Verfügung, um ein bisschen die Stadt zu erkunden.

 

 

Tel Aviv hat mich durch seine faszinierende Architektur beeindruckt. Kein Haus gleicht dem anderen, außer in der Farbe (Sandstein). Da gibt es Häuser mit geraden Balkons, mit runden Balkons, mit einem runden und einem eckigen Balkon, dann mit Erker, die Fenster auf einer Etage so, auf der anderen Etage anders. Ich konnte mich nicht satt gucken. Wir gingen durch die Strassen, dann am Strand spazieren, und gaben unsere letzten Shekel aus.

 

 

Um 14.00 Uhr ging der Bus zum Flughafen...wo wir dann die ultimativen Erfahrungen in Sachen Gepäckdurchsuchung machen durften, bevor wir frei gelassen wurden um die letzten Souvenirs zu kaufen. Als auch das erledigt war, noch ein Eiskaffee und ab nach Deutschland!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Obwohl es schon etwas spät im Jahr war (2. Aprilhälfte) und schon vielerorts der Frühling vorbei war, gab es noch viele bunte Blumen zu sehen!!

 

 

Zurück zu den Anweisungen unserer Reiseleiterin am Anfang unseres Aufenthaltes. Sie hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass man in Israel:

 

 

d)       nicht irgendwo hinpinkelt. Stimmt. Es gibt überall Klos.

e)       keine Blumen oder Pflanzen mitnimmt. Stimmt. Sie kosten viel Arbeit.

f)         auch keine Steine aus Ausgrabungsstätten. Stimmt. Sie gehören Israel.

Man kommt lieber nächstes Jahr wieder und guckt sie sich noch einmal an... :o)

 

 

Nächstes Jahr wird es wohl nicht sein, aber dass ich wiederkomme, ist mir jetzt schon klar. Und ich freue mich wirklich darauf!

 

 

 

 

 

Shalom Israel!

 

 

Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, daß ich sie segne.

(4.Mose 6, 24-26)

 

 

 

 

 

 

 

 


Quellen:

 

Weil ich nicht alles behalten konnte, was ich über Israel gelernt habe, habe ich fachliche und sachliche Infos von Quellen aus dem Internet genutzt. Vor allem die umfangreichen Informationen über archäologische Stätten und einige Fotos stammen aus folgenden Seiten:

 

 

(¤) www.de.Wikipedia.org

(¤¤) Israel 2000

Abteilung für Zionistische Erziehung

GOISRAEL – Informationen für Ihre Reise nach Israel

 

Alles andere ist meins. :o)

 

 

 

 

 

 

Jutta Janeschitz

 

12. Jul. 2006