
Mein Geburtstagsgeschenk: Israel
vom 18. bis 30. April 2006
Eine geistliche Entdeckungsreise
Die Begegnung mit dem Heiligen Land ist für Christen wie für
Juden ein besonderes, ein einmaliges Erlebnis. Es ist das Land, in dem sich die
Heilsgeschichte vollzogen hat. Das Land, in dem Gott sich manifestiert hat und
die gemeinsame Geschichte von Gott und den Menschen begann.
„Zieh deine
Schuhe aus, denn der Boden, auf den du trittst, ist heiliges Land.” (2.Mose,
3,5)
Wir waren 21 an der Zahl. Am 18. April kamen wir mit dem El
Al Linienflug von Frankfurt am Flughafen Ben Gurion
an. Es war ungefähr 11.00 Uhr lokale Zeit. Die Reise an sich hatte allerdings
schon viel früher begonnen, um 2.00 Uhr morgens, weil man drei Stunden vor
Abflug am Flughafen sein musste und man von Heidelberg dazu noch eine Stunde
Fahrt einplanen muss. Wir hatten also alle eine schlaflose Nacht hinter uns und
manchen von uns hingen die Augenlider ziemlich locker im Gesicht rum.
Aber die Freude auf das, was uns erwartete, war größer als
unsere Müdigkeit. Und so freuten wir uns auf eine wunderschöne Zeit im gelobten
Land, dem Land in dem Milch und Honig fließen, dem Land unserer Urväter.
Als wir ankamen, empfing uns unsere Reiseleiterin mit dem
biblischen Namen Maria Sinai. Sie ist Israelin, lebt aber hauptsächlich in
Wiesbaden. Auf dem Weg über die Sharon Ebene zum See Genezareth, wo wir die
ersten vier Tage unserer Reise verbringen würden, erzählte sie uns etwas über
Sicherheitsvorkehrungen und Bepflanzungstechniken in Israel.
Unterwegs machten wir gleich Halt in
Caesarea Maritima. Zitat: „Die Trümmer der Stadt Caesarea am Mittelmeer lassen kaum noch ahnen,
dass hier einst die schönste und prächtigste Stadt lag, die Herodes der Große erbauen
ließ. Doch schon die Ausmaße der Anlage zeugen von der Bedeutung der Stadt, die
ihre letzte Blüte in der Zeit der Kreuzfahrer erlebte. Sehenswert sind u.a. die hervorragend erhaltene Stadtbefestigung, der
Kreuzfahrer-Hafen und das Theater des Herodes.“
Ich kenne zahlreiche Ruinen aus Spanien, vor allem aus
römischer Zeit, aber Caesarea hat mich beeindruckt,
weil hier ganze Teile einer antiken Stadt so erhalten sind, dass man sich das
Leben auf ihren Strassen bildlich vorstellen kann. Vor allem die Umrisse des
Palastes von Herodes, die ins Meer hereinragen, und das sehr gut erhaltene
Hippodrom, haben in mir eine bleibende Erinnerung hinterlassen.

In Caesarea war der Apostel Paulus
zwei Jahre lang in einem scheinbar sehr kleinen Kerker gefangen. Die erhaltene
Kreuzfahrer-Architektur auf römischen Grundmauern war sehr interessant. Viele
Bauten haben einen römischen Teil und Anbauten der Kreuzfahrer. Leider wurden
auch viele Bauten in Zeiten der Araber zerstört und Stein für Stein für eigene
Bauprojekte abtransportiert.
Es liegen viele Teile römischer Säulen herum. Hierzu
erklärte uns Maria, dass diese nur Nachbildungen seien, die Originale befänden
sich in einem Museum in Tel Aviv. Genauso ist es mit einem Stein, der den Namen
Pontius Pilatus als Inschrift hat, und der erste außerbiblische Nachweis seiner
Statthalterschaft ist.
Der Weg führte uns weiter, an wunderschönen Blumenfeldern
vorbei, zur Elia Gedenkstätte auf dem Berg Carmel. Von hier aus
hatten wir eine phantastischen Aussicht über das Yezreel Tal (?). Im Alten Testament wird beschrieben, wie
der Prophet Elia an diesem Ort den Götzendienst an Baal
beendete, in dem er Feuer vom Himmel regnen ließ. Zitat: „Erhöre mich, HERR, erhöre mich, damit dies Volk erkennt, daß du, HERR, Gott bist und ihr Herz wieder zu dir kehrst!
Da fiel das Feuer des HERRN herab und fraß Brandopfer, Holz, Steine und Erde
und leckte das Wasser auf im Graben. Als das alles Volk sah, fielen sie auf ihr
Angesicht und sprachen: Der HERR ist Gott, der HERR ist Gott!.“ (1.Könige18, 37-39).

Gegen Abend erreichten wir den See Genezareth, wo das Hotel Kinar Holiday
Village, im Kibbutz
Kinneret, für die kommenden vier Tage unser Zuhause
sein sollte. Es ist ein sehr religiöses Hotel, wir durften keine Fotos in
öffentlichen Hotelsälen und Räumen machen. Überall lagen Siddurim
(jüdische Gebetbücher) herum, an den Türrahmen waren Mesusas
angebracht. Zitat: „Die Grundlage für das
Anbringen der kleinen Pergamentrolle, die Mesusa
genannt wird, bildet das Deuteronomium 6,5 welches
sagt: „Höre Israel, der Ewige unser
Gott, ist der Ewige der einzige Eine! Und liebe den Ewigen, deinen Gott, mit
deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele (...). Es seien diese Worte,
die ich dir heute gebiete, rede davon, wenn du sitzt in deinem Haus und wenn du
gehst auf den Weg (...), schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und an deine
Tore!" (¤)
Tatsächlich war das Hotel voll belegt mit orthodoxen Juden,
die dort das Pessachfest feierten. Die Männer hatten ständig die Thora dabei,
mit Kippa auf dem Kopf und Zipfelquasten, die unter
ihrem Rock heraushingen, und beteten. (Mich interessierte zu wissen, wie sich
die Kippa auf dem Kopf hält und das habe ich
herausgefunden: Mit Haarklammern!). Die verheirateten Frauen trugen eine Kopfbedeckung, die Ledigen nicht, und sie
alle hatten sich besonders hübsch gemacht für den Abend. Wir durften
miterleben, wie die Familienväter am Tisch das Essen segneten, und auch wie sie
ums Buffet tanzten und sangen, wie sie um den Segen Gottes beteten. Fasziniert
hat mich die Anzahl der Kinder. Überall krabbelten und spielten sie herum!
Natürlich gab es nur koscheres Essen, das war zu meinem
Erstaunen (kannte es ja nicht) sehr lecker. Und da noch Pessach
war, gab es Mazze und ungesäuertes Essen, sehr gut
und schmackhaft zubereitet. Ich habe zum Beispiel den besten Frühstückskuchen
meines Lebens gegessen, so ganz ohne Hefe – muss mir unbedingt das Rezept
besorgen!
Außerdem durften wir einige Eigenarten jüdischer Tradition
miterleben wie, dass das Essen erst serviert wird, wenn drei Sterne am Himmel
stehen, oder dass es im Restaurant „Milch-Tische“ und „Fleisch-Tische“, mit
streng getrenntem Besteck, gibt. Zitat:
„In den Mosesbüchern des Alten Testaments steht an drei
Stellen (zweimal im 2.Buch Mose, einmal im 5. Buch Mose) ein Satz, der nach allgemeiner Auslegung aus dem
Hebräischen folgendermaßen übersetzt wird: Du sollst das Böcklein nicht in der Milch
seiner Mutter bereiten. Dieser Satz ist vor allem in den talmudischen Schriften so ausgelegt worden, dass es
untersagt ist, das Fleisch von Warmblütern (also Säugetieren und Geflügel)
zusammen mit Milchprodukten (Butter, Joghurt, Käse oder ähnlichem)
zuzubereiten. Und während man nach einem Gericht, das aus Milchprodukten
bestand, unmittelbar danach ein Fleischgericht essen darf, muss man nach einer
Fleischmahlzeit volle sechs Stunden warten, bis wieder etwas
"Milchiges" gegessen werden kann. Orthodoxe Juden legen diese
Trennung von Milch- und Fleischprodukten so streng aus, dass sie dafür
getrenntes Ess- und Kochgeschirr verwenden, teilweise auch getrennte
Kühlschränke und Herde. In jüdischen Restaurants gibt es zu diesem Zweck oft
sogar zwei getrennte Küchen. Pflanzliche Lebensmittel gelten als neutral und
dürfen beliebig sowohl mit "Milchigem" als auch mit
"Fleischigem" kombiniert werden. Fische werden ebenfalls als neutral
angesehen. (¤)
Sehr schön fand ich es, als unsere Reiseleiterin uns darauf
aufmerksam machte, dass man in Israel:
a)
nicht
irgendwo hinpinkelt
b)
keine
Blumen oder Pflanzen mitnimmt
c)
auch
keine Steine aus Ausgrabungsstätten
Man kommt lieber nächstes Jahr
wieder und guckt sie sich noch einmal an... :o)
Nach einer erholsamen Nacht, ging es am nächsten Tag zuerst
nach Ma’alot.

Dies ist ein kleiner Ort im Norden, wo sich das Altenheim Zedaka
befindet. Hier werden Überlebende des Zweiten Weltkrieges liebevoll von
deutschen Christen gepflegt. Sie versuchen an ihnen etwas von dem wieder gut zu
machen, was sie durch das deutsche Volk erleiden mussten. Sehr süß fand ich,
dass, während wir im Garten den Erklärungen des Altenheimleiters zuhörten, ein
altes Ömchen in den Garten gefahren wurde. Wahrschein-lich, damit sie dort ein bisschen in der Sonne
sitzen konnte. Auf einmal klingelte ein Handy und wir schauten einander an,
nach dem Motto, wer wagt es, hier sein Handy ein-geschaltet
zu haben. Und wer ging ran? Die kleine Oma! Sie hat sich dann eine ganze Weile
mit jemandem unterhalten. Es lebe die Technik!
Danach war Akko,
maritime Hauptstadt der Kreuzfahrer, auf dem Programm. Ich war so neugierig auf
diese Stadt, weil ich schon viel über sie gelesen hatte! Die alten
Befestigungsmauern sind imposante Zeugen ihrer strategischen Bedeutung. Als
Kreuzfahrerstadt war sie immer umkämpft, ist aber erstaunlich gut erhalten.
Sehr beeindruckend fand ich vor allem die mittelalterliche
Zitadelle und die unterirdischen Gänge, die im letzten Jahrhundert zu weiten
Teilen freigelegt wurden. Ein Blickfang sind auch die Gefängnisse, in denen die
Briten damals revoltierende Juden festhielten. Unsere Reiseleiterin erzählte
uns, dass die Juden des Irgun
damals die ersten waren, die ein Terror-Attentat verübten und zwar an
britischen Soldaten. Sie hängten ihre Leichen, versehen mit Sprengsätzen, an
Bäumen auf, und als die anderen kamen um sie zu befreien, explodierten die
Bomben und rissen alle in den Tod.




Nach unserem Ausflug in die historischen Innereien der
Zitadelle, genossen wir einen ausgedehnten Spaziergang durch die engen Gassen
der Altstadt, wo quirliges Leben mit arabisch-orientalischem Flair herrscht.
Wie wunderbar die typischen Gerüche von Gewürzen und Fisch, die Farben, die
Geräusche.... Ich kaufte natürlich Lederschmuck.
Am Nachmittag dann, Meggido,
und der wundervolle Ausblick über das Tal in dem die „letzte
Schlacht“ gegen Israel geführt werden wird. Der Verfasser der
Offenbarung beschreibt eine Reihe von endzeitlichen Visionen als Engel die
Schalen des Zorns ausgießen. Beim sechsten Engel heißt es in Kapitel 16, Vers
16: „Und ich sah aus dem Rachen des Drachen und aus dem Rachen des Tieres
und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, gleich
Fröschen; es sind Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den
Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Kampf am großen Tag Gottes, des
Allmächtigen. ...Und er versammelte sie an einem Ort, der heißt auf hebräisch Harmagedon“.
Wow.
Überwältigend. Das Tal ist so groß, man kann sich tatsächlich gut vorstellen, dass
so viele Armeen Platz haben werden...

Außerdem ist Meggido
auch historisch von großer Bedeutung. Es handelt sich hier um eine im Altertum häufig umkämpfte Festung
im nördlichen Israel an der alten Handelsstraße von Jerusalem nach Akko. Historiker beschreiben die Stadt Meggido
als Zentrum des Handels und als eine Stadt, die ein großes Areal beherrschen
konnte. Als Kriegsbeute war sie sehr begehrt und es gab viele bedeutende
Schlachten in ihrer Nähe. Zum Beispiel, die Schlacht, in der Tutmosis III um
1450 v. Chr. die kanaanitischen Fürsten schlug, oder
die Schlacht 1918 zwischen Briten und Osmanen, wo General Allenby
den Türken eine schmerzhafte Niederlage bescherte. Aber auch biblische
Schlachten fanden hier statt. Der Richter Barak besiegte
den König der Kanaaniter. Richter Gideon schlug die Midianiter
in die Flucht und die Könige Ahasja und Josia wurden
hier getötet.(¤)

Archäologisch ist zu erwähnen,
dass Meggido an einem Punkt liegt, wo häufiger die
Erde bebt. Deshalb sind Holzbalken zwischen den Steinschichten angebracht.
Außerdem gibt es in Meggido noch Reste des alten Wassersystems. Wir sind
natürlich heruntergestiegen. Es war so schön kühl....



Jutta in Meggido. In der Tüte sind Souvenirs.
Auf dem Weg zurück zum Hotel,
besuchten wir noch die Stadt Nazareth, die als Heimatort Jesu gilt. In den Evangelien
steht, dass dort seine Eltern Maria und Josef, der Zimmermann, lebten. In
Nazareth kam der Erzengel Gabriel zu Maria und kündigte ihr die Geburt des
künftigen Erlösers an. Zitat: „Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du
hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn
gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn
des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters
David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein
Reich wird kein Ende haben.“ (Lk. 1, 30-33).
In neutestamentlicher Zeit war
Nazareth wohl ein unbedeutender Ort, und man fragte mit Bezug auf Jesus: Was
kann aus Nazaret Gutes kommen? (Joh. 1,46). Heute
gehört Nazareth zu den wichtigsten Pilgerstätten des Heiligen Landes. An der
Stelle, wo nach der Überlieferung das Haus Marias stand und der
Verkündigungsengel zu ihr kam, steht heute die katholische
Verkündigungsbasilika aus dem Jahr 1969. (¤)
Der dritte Tag sollte wichtig für
mich sein, aber ich wusste es morgens noch nicht. Es stand der See Genezareth mit Wanderung auf dem Programm.
Wir fuhren mit dem Boot über den See und genossen den
Ausblick auf Kapernaum und
den Berg der Seligpreisungen,
einer der wichtigsten Wirkungsstätten Jesu. Das Wetter war herrlich und die
Sicht, ungetrübt.
Für mich war es eine wunderschöne Erfahrung auf DEM Wasser zu fahren, auf dem Jesus gelaufen
ist und das Ihm gehorsam war.

Danach fuhren wir mit dem Bus hinauf zum Berg der
Seligpreisungen. Hier steht, wie überall, eine Kirche. Aber wir gingen nicht
hinein, wir liefen stattdessen hinunter zum See. Der Weg führte uns an riesigen Bananenplantagen entlang. Hier
konnte man sich die Bewässerungssysteme, große, kleine Rohre, Wasserpumpen,
etc. ganz genau ansehen. Auch war sehr interessant zu sehen, wie die Israelis
ihre Bananenstauden in blaue Plastiksäcke einhüllen, um sie vor Parasiten zu
schützen.
Nach einer kurzen Andacht, ging es weiter nach Tabgha, die Stätte der
Brotvermehrung mit seiner Kirche im romanischen Stil und den wunderschönen Mosaiken.

Ganz in der Nähe von Tabgha liegt Kapernaum. Dies war wohl
zur Zeit Jesu ein relativ großer Ort, aber mich hat
die Enge der Wohnungen bedrückt. Wir besichtigten die Synagoge, in der Jesus
auftrat. Die Synagoge gilt als eine der ältesten und schönsten jüdischen
Sakralbauten. Dann war da noch das „Haus des Petrus“. Ausgrabungen stießen auf
Reste einer Gemeindekirche der Judenchristen aus dem 2. Jh.,
und man vermutet, dass es sich tatsächlich um das Haus des Petrus
handelt. In diesem Haus soll Jesus die Schwiegermutter des Petrus geheilt
haben.
Hier erlaubte sich die Reiseleiterin einen Witz: Jesus
wusste, dass Petrus ihn verraten würde. Warum? Na, weil er seine
Schwiegermutter geheilt hat.. Hahahahaha. :o))
Die Synagoge in Kapernaum
beeindruckte mich so, dass ich noch gerne eine Weile dort geblieben wäre. Es
war eine andere Gruppe anwesend, amerikanische Christen, die eine Art
Gottesdienst hielten, und ich fand ihre Lieder und ihre Innbrunst sehr
bewegend. Immerhin waren wir tatsächlich auf den Spuren
Jesu...

Der nächste Halt war Tiberias.
Während die anderen die Stadt erkundeten, genoss ich einfach nur eine Cola und
ein bisschen Kühle und Ruhe im Sheraton.
Danach kamen wir in Yardenit an, der
Taufstätte am Jordan. Das erste was ich dort sah, war eine Nutria im Fluss. Das
Tier ließ sich weder von uns noch von irgendwelchen anderen Leuten beeindrucken
und schwamm seine Runden im Fluss auf und ab... Etwas später, am Ufer des
Jordan, überkam mich der Wunsch, das Zeugnis meiner Erwachsenentaufe neu zu
beleben. Ich dachte an ein Gebet mit den anderen zusammen oder etwas ähnliches. Ich sprach mit unserem Pastor darüber und er fand
die Idee so gut, dass er mich glatt getauft hat. (Das war mein zweites Mal als
Erwachsene. Eigentlich reicht es ja, wenn man sich als Erwachsener ein Mal
bewusst taufen lässt, aber ich hatte ganz sicher nichts dagegen, es ein zweites
Mal zu tun.). So durfte ich meine bewusste Taufe im Jordan als einen ganz besonderen Segen erleben. (Das Wasser war
vielleicht kalt!).
Auf dem Rückweg fuhren wir am Eingangstor des Kibbutz Degania Bet
vorbei. Ich sagte bye bye für meinen Cousin Daniel,
der dort lange gelebt hat, bevor er nach Australien zog.
Am vierten Tag fuhr die Gruppe in die Golan-Höhen und zur
Jordanquelle Safed.
Für mich war es ein Tag der Ruhe, des Fastens und der
Besinnung auf Gott. Dies war mir wichtig hinsichtlich meiner Taufe am Tag
davor.
Weiter ging es für mich am fünften Tag den
Jordan entlang ... Richtung Jerusalem !!!
Wir fuhren zu den Funden aus der
Zeit der Kanaaniter und der Römerzeit bei Beth-She’an.
Das war ganz große Klasse! Ich war überrascht, dass auch hier die Überreste der
Stadt so gut erhalten sind. Das Theater mit seiner beeindruckenden Akustik, der
Cardo, die Thermalbäder (Heizungssystem und Toiletten inklusive), alles noch so
erhalten, dass man sich vorstellen kann, wie die Römer dort gelebt haben. Hier
ist meine Fotokamera kaputt gegangen.....Grrrrrrr.
Trotzdem war es ein besonderes Erlebnis, auf den originalen Marmorsteinen des
Cardo zu laufen und die gut erhaltenen Mosaiken zu bestaunen.

Die nächste Station waren die Thermalseen
von Gan Hashlosha. Hier haben einige gebadet, andere
sind spazieren gegangen. Ich habe mich auf den Rasen gesetzt und mir die
Menschen angesehen. Die Familien mit ihren vielen Kindern und Oma oder Opa, wie
sie auf dem Rasen gepicknickt und gegrillt haben... Dies wäre im ordentlichen
Deutschland ziemlich undenkbar! Es war schön, die Gerüche und Geräusche vom
„Leben in wilder Freiheit“ wahrzunehmen, so ganz anders als bei uns, wo so
vieles in geordneten Bahnen ablaufen muss. Ich verstand auch, was gemeint ist,
wenn es heißt, dass es in Deutschland keine Kinder gibt. Ich hatte mich immer
gewundert, immerhin sieht man ja ab und zu welche... Aber in Israel war das
anders. Da gibt es überall Kinder und zwar viele! Und manche sind so süß.
Jungen orthodoxer Familien sehen aus wie ihre Väter, in schwarz-weiß und mit Hut...
Danach fuhren wir durch das Jordantal vorbei an Jericho. Leider konnten
wir die Stadt nicht besichtigen, mich hätte sie sehr interessiert. Jericho galt
lange Zeit als die älteste und mit ihrer Lage von 250 m unter dem Meeresspiegel
auch als tiefstgelegene Stadt der Welt.
Jericho wird in der Bibel sowohl im Alten als auch im Neuen
Testament mehrmals erwähnt. Hier zwei Beispiele:
Außerhalb der Stadt Jericho liegt die Stelle, an der Jesus
vom Teufel herausgefordert sein soll. Es ist der Gipfel, der in der Bibel Berg
der Versuchung (Mount of Temptation) genannt wird. Dort steht jetzt ein griechisch-orthodoxes
Kloster. Es wurde vor der Höhle erbaut, in der Jesus 40 Tage lang fastete.
Heute führt eine Seilbahn aus dem Zentrum Jerichos direkt auf den Berg.
Bei Jericho hat Jesus einen Blinden geheilt. Zitat: „Es begab sich aber, als er in die Nähe von Jericho kam, daß ein Blinder am Wege saß und bettelte. Als er aber die
Menge hörte, die vorbeiging, forschte er, was das wäre. Da berichteten sie ihm,
Jesus von Nazareth gehe vorbei. Und er rief: Jesus, du Sohn Davids, erbarme
dich meiner! Die aber vornean gingen, fuhren ihn an,
er solle schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich
meiner! Jesus aber blieb stehen und ließ ihn zu sich führen. Als er aber näher
kam, fragte er ihn: Was willst du, daß ich für dich
tun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen kann. Und
Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich
wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das es sah,
lobte Gott.“ (Lukas 18, 35-43).
Endlich: Jerusalem!
Den ersten Eindruck bekommt man, wenn man die Stadt von der
Autobahn aus sieht. Die Stadtmauer und die goldene Kuppel des Felsendoms,
bekannt aus vielen Postkarten, werden endlich Realität und kommen immer näher.
In der Stadt angekommen, überwältigen einen die Stadtmauern,
die Gebäude aus weißen Steinen und die dunklen Zypressen. Selten sah ich so
viel Erhabenheit in einer Stadt. Man spürt, dass Jerusalem „mehr“ ist als nur
eine Stadt. Es ist der geheimnis- und bedeutungsvollste Ort der Erde!
Als christliche Gruppe, interessierte uns an Jerusalem
hauptsächlich die biblische Bedeutung der Stadt. Jerusalem wird insgesamt über 800 mal in der
Bibel erwähnt. Immer wieder steht sie im Mittelpunkt der Heils- und
Gerichtsankündigungen Gottes, so vor allem bei den Propheten Daniel, Jeremia,
Jesaja, Ezechiel, Sacharja und den Psalmen, aber auch
in der Offenbarung.
Einige Zitate:
„So
spricht Gott der HERR: Das ist Jerusalem, das ich mitten unter die Heiden
gesetzt habe und unter die Länder ringsumher!“ (Hesekiel 5,5)
„Und der
HERR wird aus Zion brüllen und aus Jerusalem seine Stimme hören lassen, daß Himmel und Erde erbeben werden. Aber seinem Volk wird
der HERR eine Zuflucht sein und eine Burg den Israeliten. Und ihr sollt's erfahren, daß ich, der
HERR, euer Gott, zu Zion auf meinem heiligen Berge wohne. Dann wird Jerusalem
heilig sein, und kein Fremder wird mehr hindurchziehen.“
(Joel 4,16-17)
„Vergesse
ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte. Meine Zunge soll an meinem
Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem
meine höchste Freude sein.“ (Psalm 137, 4-6)
Noch bevor wir im Hotel eincheckten, besuchten wir unsere Schwestergemeinde (Church of God)
auf dem Ölberg. Leider war der leitende Pastor nicht anwesend, aber wir wurden
durch das Gebäude geführt und konnten im gepflegten Garten das unvermeidliche
Gruppenfoto machen. Vom Dach des Gebäudes genossen wir den Ausblick auf die
Stadt, und konnten das Goldene Tor
im östlichen Teil der Stadtmauer sehen. Im Buch Jesaja steht, dass, wenn Jesus
wiederkommt, Er durch genau dieses Tor schreiten wird. Interessant ist, dass
die Osmanen, um das zu verhindern, das Tor von innen und außen zumauern ließen!
Und noch mehr, weil ein Jude nicht über Gräber läuft, sind auch noch eine Menge
arabischer Gräber genau vor dem Goldenen Tor eingerichtet. :o)

Nach einer erholsamen Nacht im Olive Tree
Hotel, starteten wir an einem verregneten Morgen die Besichtigung der
wichtigsten Gedenkstätten und Bauten der Stadt.
Als Allererstes fuhren wir zur Gedenkstätte
Yad Vashem.
Zitat: „Ihnen allen
errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen
einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe
ich ihnen, der niemals getilgt wird.“ (Jesaja 56,5)
Die Gedenkstätte umfasst mehrere
Abteilungen. Die erste, die wir besichtigten, war das Tal der
Gemeinden. Hier stehen in Stein eingemeißelt, die Namen aller Gemeinden
die im zweiten Weltkrieg ausgetilgt wurden. Darunter Heidelberg, Wiesloch,
Leimen. Die Steine sind sehr wuchtig, genau wie ihre Botschaft. Wir gingen
weiter ins Museum. Hier wird die Geschichte der Judenverfolgung an Hand von
Einzelschicksalen dokumentiert. Auf
mehr als 100 Fernsehschirmen werden Videos mit Aussagen Überlebender des
Holocaust vorgestellt. Schon am Eingang überfiel mich schreckliche
Hilflosigkeit. Ich konnte die Zeugnisse dieses immensen Leids nicht ertragen,
ich dachte, ich muss ersticken. Ich verließ so schnell ich konnte das Museum.
Im Nachhinein denke ich, dass es in mir einen Zusammenstoß gab zwischen dem
deutschen und dem jüdischen Blut, das in meinen Adern fließt.
Wir machten eine kleine Pause zum Nachdenken und Beruhigen, und
fuhren dann hinauf zum Ölberg.
Nach jüdischem Glauben wird der Messias über den Ölberg nach Jerusalem
einziehen und im Kidron Tal unterhalb des Hügels das
Jüngste Gericht halten. Deswegen wurde am Hang des Berges ein ausgedehnter
jüdischer Friedhof angelegt. Einige der Gräber stammen sogar noch aus
biblischer Zeit.
In der Bibel wird der Ölberg insbesondere mit Jesus in
Verbindung gebracht. So ist Er vom Ölberg aus in Jerusalem eingezogen (Lukas
19,28-40), Er hat am Ölberg über den von Ihm vorhergesehenen Untergang der
Stadt geweint (Lukas 19,41-45), Er wurde am Fuß des Berges im Garten Gethsemane gefangen genommen (Matthäus 26) und Er ist vom
Ölberg in den Himmel aufgefahren (Lukas 24,50).
Wir sahen den Garten Gethsemane, oder das, was von ihm übrig ist,
und natürlich auch einige der Kirchen die in Erinnerung an die biblische
Bedeutung des Ölberges dort gebaut wurden: die Kirche der Nationen, die
Russisch-Orthodoxe Kirche mit ihren goldenen Zwiebeltürmen, usw.. .

Am Nachmittag sind wir dann über das
Löwentor in die Stadt „einmarschiert“. Als erstes führte uns
unser Weg in die St. Anna Kirche, auf deren Gelände sich der Teich Bethesda befindet. Hier hat Jesus einen
lahmen Mann geheilt. Zitat: „Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt
auf hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen, in denen lagen viele Kranke,
Blinde, Lahme, Ausgezehrte. Es war aber dort ein Mensch, der lag achtunddreißig
Jahre krank. Als Jesus den liegen sah und vernahm, daß
er schon so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?
Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den
Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt
ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und
geh hin! Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin.“
(Joh.5, 2-9).
Weiter ging es dann in die Via Dolorosa. Das ist eine Straße in Jerusalem,
die durch die Altstadt vom Löwentor zur Grabeskirche führt. Die Grabeskirche
soll an jenem Ort stehen, wo Jesus ins Grab gelegt worden sein soll. Die
Strasse verläuft durch verwinkelte Gässchen zwischen den alten Häusern,
teilweise mit Bogengängen überdeckt, teilweise durch Treppen unterbrochen. Die
Via Dolorosa soll jene Straße sein, die vom Amtssitz
des römischen Statthalters Pontius Pilatus zur Hinrichtungsstätte am Hügel
Golgatha und weiter zur Grabstätte geführt haben soll. Diesen Weg musste Jesus
vor seiner Kreuzigung zurücklegen, wobei er auf einem Großteil der Strecke das
Kreuz selbst tragen musste.
Für mich sollte es eine Zeit der Stille sein, die wir in
dieser Strasse verbrachten. Doch es ging nicht. Basare, Händler, Touristen (wie
ich)... es war nicht möglich, Ruhe zu finden.
Nur in der Geißelungskapelle,
wo wir im Keller den Ort der Geißelung besichtigten, konnte ich etwas Ruhe und
Besinnung finden. Zitat: „Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln.
Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt
und legten ihm ein Purpurgewand an und traten zu ihm und sprachen: Sei gegrüßt,
König der Juden!, und schlugen ihm ins Gesicht.“ (Joh. 19, 1-3)
Im gut erhaltenen Marmorboden dieser Kapelle kann man noch
Spuren der Spiele sehen, die die römischen Soldaten spielten, wenn sie sich
langweilten. So ähnlich wie tres en línea. Es heißt ja auch, dass sie um die Kleider Jesu
gewürfelt haben.

Wir folgten der Via Dolorosa
weiter, unter dem Ecce Homo Bogen (bedeutet „dies ist der Mann“)
hindurch, durch belebte Altstadtbasare, bis wir letztendlich bei der Grabeskirche ankamen. Aber oh Schreck, die
war nun ganz und gar nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Dies soll der
Ort sein, an dem Jesus gekreuzigt und gestorben ist?
Ich war so enttäuscht. Ich weiß nicht genau, was ich
erwartet hatte. Golgatha war doch ein Hügel außerhalb der Stadt.... Vielleicht
hatte ich erwartet, einfach noch den Hügel vorzufinden. Auf die Idee, dass der
Hügel IN einer Kirche sein könnte, war ich nicht gekommen. Nun, genau das fand
ich vor. Den Hügel kann man nur zum Teil hinter Glas erkennen. Die Grabeskirche
ist heute im Besitz sechs christlicher Konfessionen (griechisch-Orthodoxe,
Katholiken, Armenier, Syrer, Kopten und Äthiopier), denen in Jahrhunderten
gewachsene Eigentumsrechte an den Räumlichkeiten zustehen. Die Kirche ist
dunkel und voller Reliquien, Statuen, Altären und Menschen, die ihre Babys
gegen einen Stein reiben, weil hier angeblich Jesus drauf gelegen hat.... Es war
richtig bedrückend.
(Kurios: Wegen
interkonfessioneller Streitigkeiten verwahrt eine moslemische Familie seit mehreren Jahrhunderten die Schlüssel der
Kirche. Es gibt da auch eine Leiter die seit 1852 an der Fassade der Kirche,
vor einem geschlossenem Fenster steht. Hat wohl sehr
viel damit zu tun, dass sich die verschiedenen Konfessionen ständig streiten
und sich nicht entscheiden können, wer denn nun für die Leiter zuständig ist.
:o)
© Wayne McLean
Gegen
Abend versanken wir im quirligen Basartreiben. Ich kaufte Souvenirs und ein
paar sehr schöne Ledersandalen. Ergattert durch Feilschen für 25 Euro... Danach
mal wieder Superleckeres vom Buffet im Hotel und ab ins Bettchen.
Am nächsten Morgen fuhren wir ganz früh zum Tempelplatz. Wir mussten uns beeilen, wir
hatten nur Genehmigung bis zu einer bestimmten Uhrzeit und nicht einmal diese
Genehmigung war sicher. Wir gingen über einen überdachten Treppengang durch
Schleusen und Kontrollposten und erreichten dann den Platz. Das erste das wir
sahen war gleich rechts die Al-Aqsa-Moschee,
gegenüber den Felsendom mit seiner goldenen
Kuppel und weiter unten, viel weiter unten (der Platz ist riesengroß), die
Treppe, die zum hinteren Teil des Goldenen Tores
führt. Von hier aus hat man wieder einen Blick auf den Ölberg.

Der
Felsendom ist der älteste islamische Sakralbau. Er ist keine Moschee, sondern
ein Schrein, errichtet über dem Felsen, wo Abraham bereit war, seinen Sohn zu opfern
(1.Mose 22, 1-19). Für Moslems gilt er ebenfalls als dritte der heiligen Städte
des Islam nach Mekka und Medina, und ist das Andenken an die Himmelfahrt
Muhammads, die hier von eben jenem Felsen aus stattgefunden haben soll.
Der
Grundriss bildet ein Achteck, das in einen Kreis mit knapp 55 Meter Durchmesser
eingepasst ist. Der Durchmesser des Innenkreises ist 20,37 Meter. Die Kuppel
ist mit Blattgold beschichtet. Die Goldbeschichtung wurde 1993 durch König
Hussein von Jordanien erneuert.
Der
Felsendom ist gleichzeitig das älteste Zeugnis islamischer Architektur der
Welt, sowie hervorragendes Beispiel des frühen Umayyadenstils
der Islamischen Kunst.
Durch den Platz und an mamelukkischer
Architektur vorbei gingen wir durch enge Gassen, deren Häuser sich fast an
ihren herausragenden Erkern berühren, gleich zur Klagemauer
weiter.
Sie ist ein Teil der Stützmauer des Plateaus, auf dem der große
Tempel Herodes des Großen stand. Zitat:
„Die Klagemauer wird von den Juden „Westliche Mauer“ genannt, da sie die
Westmauer der Tempelanlage war. Sie ist 48 Meter lang und 18 Meter hoch. Heute
pilgern täglich viele Menschen an die Klagemauer, um zu beten. Viele stecken
auch aufgeschriebene Gebete in die Ritzen und Spalten der Mauer. Sie stellt für
viele Juden ein Symbol für den Rest des ungebrochenen Bundes Gottes mit dem
jüdischen Volk dar. Am Zugang zum Vorplatz der Klagemauer erfolgen genaue
Personen- und Tascheninhaltskontrollen mit Schleusen und Röntgengeräten mit
Metalldetektoren. Ein extra abgegrenzter Bereich direkt vor der Klagemauer gilt
als Freilichtsynagoge. Daher gibt es für Frauen und Männer getrennte Zugänge,
und Männer sollen eine Kopfbedeckung tragen, eine Kippa
wird kostenlos gestellt. Grundsätzlich ist der Zugang auch für Nichtjuden
problemlos möglich. Fotografieren ist außer am Sabbat erlaubt.“ (¤).

Interessant, zum ersten Mal auch Frauen an der Klagemauer zu
sehen. Normalerweise sind es immer Männer. Trotzdem war es für mich ungewohnt.
Zwei Jungs feierten ihre Bar Mitzva auf der einen
Seite der Trennwand, und auf der anderen durften ihre Mütter sie über eine
Mauer sehen. Da standen sie, schick und festlich gekleidet, auf Stühlen, und
guckten über die Mauer... Das hat mich als Frau ein wenig traurig gemacht. Aber
so ist es. Es war trotzdem eine wunderschöne Erfahrung für mich, mal an der
Klagemauer gewesen zu sein und sie sogar berührt zu haben. Eine Freundin aus
unserer Gruppe hat sogar einen Zettel in eine Ritze der Klagemauer gesteckt!
© Wayne McLean
Am frühen Nachmittag fuhren wir zum Gartengrab. Das Gartengrab liegt nördlich des
Damaskustores etwas außerhalb der Jerusalemer Altstadt.
Die Grabkammer aus römischer Zeit wurde aus einer mehrere
Meter hohen Felswand geschlagen. Heute ist sie von einer gepflegten
Gartenanlage umgeben, die von einer britischen Gemeinschaft verwaltet wird und
für viele Besucher Jerusalems als Ort der Ruhe offen steht. Die Anlage liegt im
arabischen Teil Jerusalems und gleich daneben ist eine Bus- und Taxi-Haltestelle.
Das macht alles ein bisschen laut und hektisch. Hier feierten wir einen
Gottesdienst mit Abendmahl und besichtigten das Grab.
An der Tür steht: „HE IS NOT HERE – FOR HE IS RISEN.“
Zitat: “Aber am ersten Tag der Woche sehr früh kamen sie zum Grab
und trugen bei sich die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten. Sie fanden
aber den Stein weggewälzt von dem Grab und gingen hinein und fanden den Leib
des Herrn Jesus nicht. Und als sie darüber bekümmert waren, siehe, da traten zu
ihnen zwei Männer mit glänzenden Kleidern. Sie aber erschraken und neigten ihr
Angesicht zur Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei
den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er euch
gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muß
überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreuzigt werden und am
dritten Tage auferstehen. Und sie gedachten an seine Worte.“ (Lukas 24, 1-8).
Ganz wichtig, bevor es am nächsten Morgen weiter in Richtung
Wüste ging, war noch die Besichtigung der Zitadelle
und des Davidsturmes. Das war vielleicht schön! Die Davidszitadelle
befindet sich auf der Westseite Jerusalems. Herodes der Große ließ hier eine
Festung mit drei massiven Verteidigungstürmen bauen, die Ausgrabungen weisen
aber auf eine wesentlich ältere Anlage hin. Heutzutage befindet sich in der
Davidsburg das städtische Museum, das die Geschichte Jerusalems darstellt.

Natürlich konnten wir uns auch das Jüdische
Viertel auf dem Zionsberg
nicht entgehen lassen. Wir liefen durch das Zionstor in
die Altstadt. Ein merkwürdiges Tor. Es hat ein Loch über dem Eingang, durch das
etwaige Angreifer mit siedendem Wasser übergossen werden konnten. Der
Innenraum, also der Weg durch das Tor beschreibt einen rechten Winkel - so
sollte Reitern verhindert werden, das Tor im Sturm zu durchbrechen. 1967 war es
dieses Tor, durch das die Israelische Armee eindrang, um die Altstadt zu besetzen.
Bis heute sind Einschusslöcher im Gemäuer zu sehen.
Weiter durch die engen Gassen,
besuchten wir auf der Kuppe des Berges eine Stätte, die von den Juden als Grab König Davids verehrt wird, und einen
Saal, den die Katholiken für den Saal des letzten
Abendmahls halten.
Irgendwo, ich kann mich nicht erinnern, hatten wir
einen atemberaubenden Ausblick über die Stadt. So wurde unser zweiter und
letzter Abend in Jerusalem zu einem herrlichen Erlebnis.

Jemand hat geschrieben, dass es in Jerusalem "zwei
Welten innerhalb einer Stadt" gibt, die der Stadt die besondere Atmosphäre
verleihen. Offiziell ist die Stadt zwar nicht geteilt, aber die Unterschiede
sind offensichtlich. Im Osten leben überwiegend Palästinenser, im Westen
Israelis. Die Grenzen verlaufen fließend, sind aber auch für Ortsunkundige zu erkennen: Durch die engen Gassen des
muslimischen Teils der Altstadt drängen sich die Menschen an den
Verkaufsständen der Händler vorbei. Es riecht nach orientalischen Gewürzen, wie
auf einem Basar. Ganz anders im Westen. Hier prägen moderne Geschäfte und
Einkaufsstraßen das Bild.
Zurück im Hotel, ließen wir uns wieder kulinarisch verwöhnen
und packten unsere Koffer für den nächsten Morgen. Ich war aufgeregt und
gespannt, weil ich noch nie so richtig in einer Wüste gewesen war und nun würde
ich keine geringere als die Negev Wüste kennen lernen!

Shalom Jeruschala’im!
Toda raba.
Wir verließen
Jerusalem am 8. Tag unserer Reise, und fuhren nach Bethlehem. Die Stadt
grenzt südlich an Jerusalem an und gehört zu den palästinensischen
Autonomiegebieten. Wir fuhren durch die Trennmauer, durch Passkontrollen und
Schleusen. Wir mussten den Bus wechseln; unsere Reiseleiterin, als Israelin,
durfte zwar mit, aber es war ihr nicht erlaubt, uns durch die Stadt zu führen.
Wir bekamen einen arabischen Reiseleiter an ihrer statt.
Zitat: „Die erste
Erwähnung Betlehems in der Bibel findet sich in Gen.
35,19, wo es heißt, dass Jakobs geliebte Frau Rahel "an der Straße nach Efrata, das jetzt Betlehem
heißt", begraben wurde. Nach der Eroberung Kanaans durch die
israelitischen Stämme fiel Bethlehem dem Stamm Juda
zu. Auch das Geschehen aus dem Buch Rut spielt sich zu einem großen Teil in
Bethlehem ab und sowohl Ruts Schwiegermutter Naomi als auch ihr späterer Mann
Boas kamen aus diesem Ort. Bethlehem war laut 1.Buch Samuel (AT) der
Herkunftsort Davids, wo auch der erwartete Messias als Nachkomme
("Sohn") Davids zur Welt kommen sollte (Mi. 5,1). Laut den Berichten
der Bibel im Matthäus- und Lukasevangelium (NT) stand in Bethlehem der Stall,
in dem Jesus Christus geboren wurde. Die ursprüngliche Lage des Stalls ist
nicht überliefert. Durch den Besuch orientalischer Magier in Jerusalem wurde
König Herodes auf das Kind aufmerksam und versuchte es umzubringen, indem er in
Bethlehem und Umgebung alle männlichen Kinder im Alter von bis zu zwei Jahren
töten ließ (Mt. 2,12-16))“. (¤)
Zuerst besuchten wir die Hirtentäler und die Höhlen, in denen
die Hirten lebten. Die Tradition hat es, dass die Hirten von hier aus dem Stern
zum Jesuskind folgten. Wir hielten eine kurze Andacht, und um Punkt zehn Uhr
klang eine Sirene, die zwei Minuten Schweigen für die Opfer des Holocausts
einläutete. Es war der 25. April, israelischer Gedenktag.

Wir gingen zu Fuß zur Geburtskirche.
Es ging den Hang hinauf und es dauerte eine Weile, bis wir dort waren. Die
Geburtskirche ist eines der ältesten, vollkommen erhaltenen Kirchengebäude aus frühchristlicher
Zeit. In ihr werden ständig Gottesdienste in griechisch-orthodoxer Tradition
abgehalten. Man kommt nur durch eine kleine Tür hinein. Sie ist so klein, weil
früher viele Reliquien und andere Objekte aus den Kirchen entwendet wurden. In
dem man die Tür so klein machte, wurde sichergestellt, dass niemand etwas
mitnehmen konnte. Die Kirche ist drinnen genauso dunkel wie die Grabeskirche.
Die Priester hielten gerade eine Messe ab als wir kamen, und
andere Touristen warteten auch schon darauf, an den Ort zu gelangen, wo es
heißt, dass Jesus geboren worden sein soll. Die Schlange der Wartenden wurde
immer länger und die Priester waren verärgert und ließen uns spüren, dass wir
stören. Der eine hat vor unseren Füssen gefegt, der andere gelangweilt den
Staub hin und her geschoben, sie taten alle etwas. Sie waren so verärgert, dass
sie uns durch die Kirche scheuchten und eine Frau aus meiner Gruppe stolperte.
Beim stolpern riss sie einen Absperrungskordel mit sich, der zwischen zwei
Leuchtern befestigt war. Plumps lagen auch die Leuchter auf dem Boden. Es war
ein peinlicher Auftritt. Aber es fragt sich nur, für wen. Einer der Priester
verlangte sofort 100 Euro!!! Nach einer Gedenkpause und mehreren Besprechungen
mit anderen (die Polizei, unser arabischer Fremdenführer, unsere israelische
Reiseleiterin, usw.) meinte er jedoch, na ja, wenn sie sich entschuldigen
würde, würde alles wieder in Ordnung sein. Na dann!
Ganz lustig: Die Ornamente in diesen Kirchen sind sehr
gewaltig und für uns etwas ungewohnt. Vor allem die Lampen und Lüster sind aus
Gold, Bronze oder Kupfer. Sie sind schwer und alt und staubig ... sehr
imposant. Faszinierend sind auch die Farben. Fast alle haben etwas Buntes. Und
dies dürfte uns bekannt sein: An den Lampen hängen, als ultimatives
Sahnehäubchen, ganz normale Weihnachtskugeln! :o))
Im Bild unten sieht man es zwar leider nicht im Vordergrund,
aber hinten rechts, wo es rot und grün schimmert (der Gebrauch einer Lupe wird
empfohlen), dort hängen rote und grüne Weihnachtskugeln.

Über Jerusalem fuhren wir in die Wüste, in Richtung Qumran.
Die Wüste Negev und erste Begegnung mit dem Toten
Meer !!!

Die israelische Wüstenlandschaft ist überraschend schön und
vielfältig. Es gibt Dünen und bizarr geformte Sandsteinhügel, Krater,
zerklüftete Schluchten und Trockentäler, Hochplateaus
und Oasen... Was will man mehr? Sie ist ein Paradies für Wanderer und
Tierfreunde, aber auch für Geologen, Botaniker und Archäologen. In den Wüsten
Israels wurde viel Sehenswertes ausgegraben. Beispiele hierfür sind Qumran, Masada, Timna Park, Be’er Sheva... Beeindruckt haben mich besonders die Auffangbecken
für Wasser, die Reservoire und Zisternen (besonders in Masada
und der Nabatäerstadt Avdat).
Die wunderschönen Oasen wie En Gedi und En Avdat sind hauptsächlich in Wadis
entstanden, aber es gibt auch ausgeklügelte Bewässerungssysteme, die schon vor
2000 Jahren mit einem Minimum an Wasser gute Ernte einbrachten. Heute gibt es
ein modernes Bewässerungssystem, das jedes Jahr neue Teile der Wüste zum Blühen
bringt und aus dem trockenen Wüstenboden fruchtbares Land macht.

Abenteuerfreaks kommen hier auf ihre Kosten. Es wird
wahnsinnig viel angeboten. "Survival-Training"
in der Wüste, Jeep-Safaris oder Kamel-Touren mit Übernachtung im
Beduinenzelt.... Oder einfach eine Zeit der absoluten Stille und Einsamkeit, um
seine Gedanken in Ordnung zu bringen und ganz nah bei Gott zu sein. Immerhin
hat sich das wichtigste Kapitel der jüdischen Geschichte mit Gott in der Wüste
zugetragen (2.Mose, 13ff).
Ich habe richtig Lust auf Wüste bekommen, und das will was
heißen, wo ich doch eher eine Wasserratte bin.
Beduinen haben wir auch gesehen. Sie ziehen noch heute mit
ihren Schafen und Kamelen als Nomadenvolk durch die Wüste. Aber die Zeiten
ändern sich auch für sie. Interessant war eine Beduinenfrau, gekleidet mit
typischer Beduinenkleidung mitten in ihrer Schafherde... und, wenn ich es mir
nicht eingebildet habe, hat sie gerade mit einem Handy telefoniert
!!!

Unsere erste Wüstenstation war Qumran. Hier kamen wir am Nachmittag
an. Die Schriftrollen vom Toten Meer,
auch „Schriftrollen von Qumran“ genannt, wurden in unmittelbarer Nähe von Qumran, einer Ruinenstätte im Westjordanland am toten Meer,
im Jahre 1947 entdeckt. Sie wurden in elf Höhlen direkt an der
Küste des Toten Meeres gefunden. Und genau da waren wir jetzt!
Ich konnte es kaum glauben!
Die Legende besagt, die
Schriftrollen seien von einem Beduinenhirten gefunden worden, der eine
entlaufene Ziege suchte. Als er sie mit Steinwürfen aus einer der Höhlen jagen
wollte, hörte er es scheppern. So entdeckte er die Schriftrollen, die in Tonkrügen
aufbewahrt wurden und offenbar unversehrt die Jahrhunderte überstanden hatten.
Die Ruinen der Siedlung deuten auf eine umfangreiche Schreiberwerkstatt und den
Ort der monastischen Glaubensgemeinschaft der Essener
hin. Unter diesem Eindruck sind auch alle Siedlungsspuren aus dieser
Perspektive interpretiert, die Tauchbecken gelten als Beweis für die rituelle
Reinheitspraxis der Gemeinschaft, es gab Versammlungsräume, Gebetsräume, usw..
Im Laufe der Zeit haben sich aber immer mehr Fragen
aufgetan. Das genaue Verhältnis zwischen Rollen, Siedlung und der Gemeinschaft
der Essener ist bis heute nicht ganz geklärt. Offene Fragen sind, zum Beispiel,
ob die Rollen tatsächlich in Qumran geschrieben
wurden. Man hat zwar in den Resten der Siedlung Hinweise darauf gefunden, dass
es eine richtige Schreiberwerkstatt gab, aber warum haben sie die Rollen
geschrieben? Für wen? Wurde das, was geschrieben wurde auch so geglaubt und so
praktiziert in Qumran? Ist die Gemeinschaft hinter
den Texten der Rollen wirklich essenisch? War es
überhaupt eine einzelne Gemeinschaft, oder waren es mehrere Gruppen, die die
Schriften verfassten? Immerhin wurde ermittelt, dass die Rollen von insgesamt
500 verschiedenen Schreibern stammen. Darunter sind viele Kopien. Die Psalmen
z.B. in 36 Ausführungen....
Mit den Köpfen voller Fragen und ganz neuer, „wüster“
Eindrücke, fuhren wir weiter nach En Gedi.
En Gedi ist eine wasserreiche Oase im nördlichen Teil der Negev
Wüste. Sie liegt in einem Wadi am Westufer des Toten Meeres, nur wenige Kilometer
südlich der Grenze zum Westjordanland. Ein Wadi ist
ein trockenliegendes Flussbett, das nur nach starken
Regenfällen vorübergehend Wasser trägt. Ein Wadi kann
bis zu 100 m tief in die umgebende Wüste einschneiden und (extrem) steile
Seitenwände aufweisen. Viele Oasen, so wie En Gedi
und En Avdat, liegen in Wadis.
Dadurch, dass die Wadis sich meist nahezu schlagartig
mit Wasser füllen, sind sie für Mensch und Tier ziemlich gefährlich.(¤)
In der Bibel wird der Name En Gedis und der umgebenden Wildnis mehrere Male erwähnt. Die
Oase war nicht nur wegen ihrer üppigen Vegetation, sondern auch wegen ihrer
Unzugänglichkeit für den von König Saul verfolgten David ein ideales Versteck.
Die Bibel spricht daher von gewissen "schwer
zugänglichen Orten in En-Gedi" (1.Samuel 23),
was jeder einzelne unserer Gruppe bestätigen kann. Es war ein richtiges
Abenteuer! Für mich allerdings weniger. Während die anderen sich über Stock und
Stein durch die steinigen Pässe auf den Weg machten, war ich einfach begeistert
von den Tieren. Es gab Steinböcke, große und kleine, Vögel und, was ich noch
nie gesehen hatte, „Klippenspringer“. Die Klippenspringer sind wie Nutrias,
sehen auch so aus -vielleicht ein bisschen kleiner-,
aber im Gegensatz zu den Nutrias springen sie gerne von Klippen herunter. Ich
habe aber leider keins springen sehen. Ich war extra am Wasserfall
zurückgeblieben, um sie zu beobachten. Und gerade als eins springen wollte, kam
eine ganze Mädchenklasse zum Wasserfall und stürzte sich jauchzend und
kreischend mit allen Klamotten ins Wasser. Etwa 30 oder 40!!! Das war natürlich
auch interessant. Ich habe erfahren, dass die Mädchen in eine strenge jüdisch
orthodoxe Schule gehen, und ich sah auch, dass sie bewacht wurden – mit
Gewehren. Aber die Viecher haben sich natürlich verkrochen und ich habe sie nie
wieder gesehen... Grrrrr.
Als es langsam Abend wurde und die Mägen knurrten, fuhren
wir in die Wüstenstadt Arad,
wo wir zwei Nächte verbringen würden.
Arad wurde in den sechziger Jahren von einer
Gruppe junger Israelis gegründet, von denen die meisten ehemalige Kibbutz- oder Moschad-Bewohner
waren. Sie suchten nach einer ruhigen Umgebung, die nicht die typischen
Probleme einer Stadt aufwies: zu viele Menschen, Verkehr, Lärm und
Umweltverschmutzung.
Heute wohnen dort viele Künstler, aber auch Angestellte der
Kliniken und Hotels der Umgebung, wie zum Beispiel En Gedi.
Masada.
Endlich! Ich hatte schon so viel gehört... Es hat meine
Erwartungen übertroffen!

Masada, der letzte Stützpunkt
der Juden im Kampf gegen die Römer. Von Herodes dem Großen zu einer riesigen Festung
ausgebaut, ist sie als Zufluchtsort der jüdischen Zeloten und damit Sinnbild
für den Widerstand gegen die römischen Besatzer im 1. Jahrhundert nach Christus
in die Geschichte Israels eingegangen. Noch heute zeugen die Ausgrabungen auf
dem über 400 Meter westlich über dem Toten Meer aufsteigenden Felsen von der
Größe der Burg zu Herodes' Zeiten. (¤)
Am 9. Tag unserer Reise besuchten wir ganz früh Masada. Wir liefen zu
Fuß zur Festung hoch und es war einfach phantastisch für eine kurze Zeit „ein
Teil“ dieser Wüste zu sein. Für mich war Masada der
absolute Höhepunkt der archäologischen Sehenswürdigkeiten in ganz Israel.
Allein der Ausblick über die Weiten der judäischen
Wüste und das Tote Meer ist unbeschreiblich. Aber auch die Geschichte dieser
Festung lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.
Zitat: „Der
jüdisch-römische Historiker Flavius Josephus
überlieferte die Belagerungsgeschichte Masadas in
seinem Werk "Der jüdische Krieg". Demnach verteidigten sich in den
Jahren 70 bis 73 n. Chr., nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem, in Masada insgesamt 973 Zeloten (eine militärische
Widerstandsbewegung der Juden gegen die römische Besatzung) gegen eine
Übermacht von 15.000 römischen Legionären unter dem Befehlshaber Flavius Silva.
Insgesamt wurden acht Lager angelegt, deren Reste bis heute sichtbar sind.
Anschließend bauten die Römer an der niedrigeren Westseite der Festung eine
noch heute gut erhaltene Belagerungsrampe, die bis an die Mauern der Festung
reichte. Über diese Rampe führten sie Rammböcke und andere Belagerungsmaschinen
an die Festung heran, um die Festungsmauer zum Einsturz zu bringen, was ihnen
schließlich auch gelang. Flavius Josephus berichtet,
dass die Belagerten angesichts ihrer aussichtslosen Lage beschlossen, lieber
als freie Menschen zu sterben, als den Römern in die Hände zu fallen. Als die
Soldaten die Festung stürmten, fanden sie nur noch zwei Frauen und fünf Kinder
lebend vor. Alle anderen Menschen in der Festung hatten den Freitod gewählt.
Durch diese Überlieferung wurde Masada zum Symbol des
jüdischen Freiheitswillens.“
„Die Vorgänge um die
Festung Masada haben einen erheblichen Einfluss auf
das Selbstverständnis der Israel Defense Forces, der israelischen Armee. Die Abschlussmanöver der
militärischen Grundausbildung enden nach zwei Tagen Dauer auf der Festung. Im
Schwur der Soldaten wird die Festung zu einem Symbol des jüdischen Selbstbehauptungswillens:
"Masada soll nie wieder fallen".(¤)
Noch heute kann man die Umrisse der römischen Lager von Masada aus sehen. Sehr gut erhalten ist der Taubenschlag.
Das sind die Wohnungen der Tauben, die den Zeloten damals sowohl als Ei- und
Fleischlieferanten als auch als Postweg dienten. Auch die Federn wurden zum
Schreiben benutzt.

Als wir mit der Besichtigung fertig waren, sind einige von
uns mit der Seilbahn herunter gefahren. Das war auch ganz ulkig. Die Fahrt
endete in einer Art Schlaraffenland, wo es Orangen und anderes Obst und
natürliche Säfte und alles mögliche zu Essen und zu
Kaufen gab. Dort konnten wir uns dann ausruhen und von der Hitze erholen. Ich
habe hier auch reichlich Postkarten gekauft, denn Masada ist wirklich etwas Besonderes!
Als wir mit der Besichtigung fertig waren, sind einige von
uns mit der Seilbahn herunter gefahren. Das war auch ganz ulkig. Die Fahrt
endete in einer Art Schlaraffenland, wo es Orangen und anderes Obst und
natürliche Säfte und alles mögliche zu Essen und zu
Kaufen gab. Dort konnten wir uns dann ausruhen und von der Hitze erholen. Ich
habe hier auch reichlich Postkarten gekauft, denn Masada ist wirklich etwas Besonderes!
Das Tote Meer
Nach den aufregenden Stunden auf Masada,
fuhren wir ganz entspannt nach En Bokek am Toten Meer,
um dort ausgiebig im Salzwasser zu baden.
Zitat: Das Tote Meer ist ein See, der vom Jordan gespeist
wird. Er grenzt an Israel, das Westjordanland und an Jordanien.
Es bildet einen
abflusslosen und rund 600 Km2 großen Salzsee, der als so genannter „Endsee“ in
einer Depression liegt. Diese ist Teil des Jordangrabens, der die nördliche
Fortsetzung des so genannten „Großen Afrikanischen Grabenbruchs“ darstellt.
Seine Wasseroberfläche wird häufig mit Werten um 396 m unter NN angegeben;
tatsächlich liegt der Wasserspiegel bei einer fortschreitenden Austrocknung
bereits seit einigen Jahren unter -400 Meter. Neueste israelische Karten (2006)
zeigen bereits -418 m als Seespiegelhöhe an. Die Küste des Sees bildet damit
den tiefsten frei zugänglichen Punkt der Erdoberfläche; das Tote Meer ist der
am tiefsten liegende See der Erde, aber nicht der tiefste. (¤)
Wichtig für die Region
ist auch der Badetourismus. Wegen des fast zehnfachen Salzgehaltes gegenüber
anderen Meeren trägt das Wasser jeden Körper wie Schaumpolystyrol,
man kann also praktisch nicht untergehen. Da das Salz jedoch schon bei
kleinsten Hautverletzungen brennenden Schmerz verursacht, ist erhöhte Vorsicht
geboten, zumal die Uferzone verkrustete Steine und scharfkantige Salzstöcke
aufweist. Noch schlimmer wird es, wenn Meerwasser in die Augen gerät: der Weg
zum nächsten Süßwasserhahn ist meist weit. Andererseits werden die Mineralien
des Toten Meeres nicht nur in vielen Körperpflegeprodukten verarbeitet, sondern
haben auch eine heilende Wirkung bei Hautkrankheiten, so dass in manchen Fällen
von Schuppenflechte Kuraufenthalte auch von deutschen Krankenkassen bezahlt
worden sind.(¤)
Ich bin nur bis zu den Schenkeln ins Wasser gegangen. Mir
war nicht sehr wohl, es war so heiß. Ich habe das Wasser berührt, es war ölig
und etwas eklig im Gefühl. Deshalb habe ich es lieber gelassen. Aber ich hatte
meinen Spaß mit den Leuten. Einige liefen am Strand herum wie Zombies, alle
schwarz eingeschmiert, andere lasen die Zeitung im Wasser oder ließen sich
einfach treiben ohne Angst zu haben, dass sie untergehen. Aber die dicken
Badegäste mussten vorsichtig sein. Wenn sie sich aus Versehen umgedreht hatten,
so mit der Nase ins Wasser, konnten sie ganz schlecht wieder von alleine in die
normale Position zurück...

Okay, okay.
Ich gebe es ja zu. Mir kam das Ganze etwas unheimlich vor. Ich habe mir das
Thema „im Toten Meer baden“ für meine nächste Reise aufgehoben.
Als jeder wieder trocken war, was eine Weile dauerte (Öl!),
fuhren wir ins Hotel zurück. Dort erwartete mich ein entspannendes Bad, das ich
mit einem gewissen Anteil an schlechtem Gewissen nahm, waren wir doch in der
Wüste und da gibt es bekanntlich nicht so viel Wasser. Aber ich brauchte es...
Danach ein leckeres Abendessen und ins Bett.
Am 10. Tag
unserer Reise würden wir die letzte Etappe in den Süden Israels antreten. Das
Ziel: Eilat: Vom Toten Meer zum Roten Meer.
Wir fuhren morgens zuerst zum Grab Ben
Gurions. Welch eine Liebe zur Wüste,
dass er im Negev nicht nur gelebt und im Kibbutz Sede Boker mitgearbeitet hat wie
jeder andere auch, sondern sogar dort begraben sein wollte!
_________________________________________________________________________________
David Ben Gurion (1886-1973) Der Vater des Staates
"Der Staat Israel wurde vom jüdischen Volk für das jüdische Volk
geschaffen.
Das ist seine Existenzberechtigung und die Bedingung für sein
Überleben."

_________________________________________________________________________________
Als wir weiter fuhren, nahmen wir drei Soldaten und eine
Soldatin mit, die sonst zu spät in ihrer Kaserne angekommen wären. Unsere
Reiseleiterin erzählte uns, dass weitläufige Gebiete der Negevwüste
ausschließlich durch das Militär genutzt werden. In dieser Region konzentrieren
sich die wichtigsten Militärflughäfen Israels und hier werden auch
Truppenübungen und Raketentests ausgeführt.
Nächster Halt waren die Nabatäerstadt Avdat und die Quelle
En Avdat.

Im 2. Jh. v. Chr. legten die Nabatäer
mitten im Negev zum Schutz ihrer Karawanenroute zur Mittelmeerküste diese Stadt
an. Sie erhielt den Namen ihres Erbauers, König Obadas
(Abdat) II. Avdat wurde im
Jahr 106 zerstört, erlangte aber um 400 unter byzantinischer Herrschaft wieder
Bedeutung. Heute ist Avdat eine "historische
Stätte".
Eindrucksvoll sind die rechteckige Festung mit ihren Türmen,
die Reste einer antiken Straße, die Ruinen eines Klosters und zweier Kirchen.
Für die Mauern der nördlich gelegenen Kirche, von der zwei Reihen prächtiger
Säulen erhalten sind, wurden Quadersteine eines nabatäischen
Tempels verwendet.
Die Höhlen am Fuß des Hügels dienten als Grabkammern. Avdat wurde in den frühen 1950er Jahren freigelegt und
teilweise rekonstruiert. Mit ihren beeindruckenden Gebäuden gehört sie zu den
sehenswertesten antiken Stätten des Landes. Ein Höhepunkt ist die
Rekonstruktion einer landwirtschaftlichen Anlage der Nabatäer.
Ihr Erfolg basierte auf einem ausgeklügelten Abflussbewässerungssystem. In
diesem Teil der Wüste regnet es wenig, wenn es aber regnet, wird das Wasser vom
Lössboden nicht aufgenommen. Das Bewässerungssystem sammelte Wasser in einem
Netz von Feldern und Terrassen, die von Staudämmen und Kanälen gespeist wurden.

En Avdat ist eine wunderschöne Oase mit einem
steilen Wasserfall und imposanten Klippen in der Nähe von Avdat.
Am Abend und am Morgen kann man dort Steinböcke beobachten.
Hier hatte es sich eine kleine Ziege zur Aufgabe gemacht,
unsere Gruppe zu überwachen und aufzupassen, dass keiner verloren geht. Sie
folgte uns auf Schritt und Tritt, und blieb immer beim Letzten stehen! Jegliche
Versuche, sie von ihrem Ziel abzubringen, blieben erfolglos. Später fragten wir
einige Angestellte des Parks, ob die Ziege dort wohnt. Man sagte uns, dass sie
einem Angestellten gehöre, sie sei ihm morgens nachgelaufen als er zur Arbeit
ging und nun müsse sie warten, bis es abends wieder heim geht.
So hat sie sich eine Aufgabe gesucht, um sich die Zeit zu vertreiben.... Eine
kluge kleine Ziege!
Nächster
Halt war der riesige Machtesch Ramon .

Der Ramon-Krater
ist der größte Erosionskrater in der Wüste Negev.
In der größten Ausdehnung misst er fast 40 km. Am nördlichen
Kraterrand liegt das Wüstenstädtchen Mizpe Ramon. Von dort aus konnten wir einen guten
Ausblick auf den Krater und seine unglaubliche Weite genießen. Im
Besucherzentrum konnten wir alles über Geographie und Geologie des Kraters
lernen. Eine audiovisuelle Präsentation beschreibt die Negev und ihre Krater,
die Geschichte der Besiedlung der Negev, ihre Flora und Fauna. Leider haben wir
den Krater nicht näher sehen können. Die vom Erosionsprozess freigelegten
Sehenswürdigkeiten (urzeitige Vulkankegel, versteinerte Baumstämme und
Korallenriffe, Magmaspalten, Fossilien, usw.) sieht
man nur, wenn man durch den Krater läuft. Dazu war es aber wirklich zu heiß.
Als wir weiterfuhren, bemerkten wir, dass die Erde immer
roter wurde. Wir waren auf dem Weg zum Timna Park.
Dreissig Kilometer nördlich von Eilat liegt der Timna Nationalpark. Dies ist die Welt der bizarren
Steinformationen aus roten Felsen und roter Erde.
In der Nähe liegen die sog. Kupferminen des Königs Salomo, außerdem kann man Überreste von Kupferbergwerken des Altertums
und aus byzantinischer Zeit sehen.
Wir hätten uns, laut Programm, einen Film über Geschichte und
Geologie des Timna Parks anschauen sollen, aber wir
kamen zu spät, das Besucherzentrum war geschlossen. Auch hatten wir kein Glück
mit der Bundeslade... Schade, auch geschlossen. Wir sahen uns also an, was
ging. Und das waren zum Beispiel die wunderschönen Säulen der Minen des Königs
Salomo. Es sollte dort wohl eine Hochzeit stattfinden. Es war überall
geschmückt, Tische waren aufgestellt und eine Musikband war gerade dabei, ihre
Instrumente aufzustellen. Mann, muss das eine Party gewesen sein!

Im Timna Park und besonders an
diesem Ort, vor den Säulen Salomos, werden heutzutage Konzerte mit großen Stars
abgehalten, z.B. Madonna.

Ich wunderte mich, was die Ägypter mit den Minen des Königs
Salomo zu tun gehabt haben könnten. Hier die Antwort: Neben den zwei
nebeneinander stehenden, natürlichen Sandsteinsäulen von ca. 50m Höhe, stand
wohl ein ägyptischer Tempel aus der späten Bronzezeit. Die Säulen sind das
Resultat natürlicher Erosion: Feuchtigkeit sickert in die Spalten und reibt den
Felsen ab; die äußere Schicht des Steines widersteht der Reibung nicht und
lange hohle Zwischenräume werden geformt, die dann Säulen entstehen lassen.
Neben den Säulen (etwas oberhalb der Ruinen des ägyptischen Tempels) befindet
sich eine Steinmalerei von Pharao Ramses III., der der Göttin Harthor (Göttin des Bergbaus) eine Gabe überreicht. (¤¤)
Die Kupferbergwerke im Timna
existieren schon seit 6000 Jahren. Wahrscheinlich befindet sich im Timna Park das älteste Bergwerk der Welt. Hier fing die
technische Revolution an, dass man Metall auch für das tägliche Leben benutzte.
Vom 14. bis zum 12. Jahrhundert vor Chr. bauten ägyptische Expeditionen hier
ein großes Kupferbergwerk (zur Zeit von Pharao Seti I, bis Ramses V.). Die alten Ägypter benutzten
Maulesel, um die Kupferblöcke zum Hafen an den Golf von Eilat
auf die Insel Gzirat Faran
zu transportieren, um sie dort weiter zu verarbeiten. (¤¤)
Nun, jetzt
ist alles klar.
Langsam wurde ich müde. Irgendwann kann man einfach keine
Steine mehr sehen. Und ich glaube, ich war nicht die Einzige. Wir schliefen und
dösten den letzten Teil unserer Fahrt nach Eilat. Es
dauerte auch nicht lange und dann waren wir endlich da!
Am Abend
hatten wir endlich Eilat erreicht. Wir waren so was
von fertig !!! Gott sei Dank war der nächste Tag FREI.
Eilat liegt an der Südspitze Israels im Süden der Wüste Negev.
Die Stadt ist der einzige Zugang Israels zum Roten Meer. Der israelische Küstenabschnitt ist
nur 12 Kilometer lang. Gleich „nebenan“ befindet sich Jordanien, so dass man Abends Lichter von jordanischen Häusern sehen kann. Im Hafen
kann man sowieso bei guter Sicht noch Küsten von Israel, Ägypten, Jordanien und
Saudi Arabien sehen.
Eilat war schon im 10. Jahrhundert v. Chr. besiedelt und wurde nach dem
Alten Testament von König Salomo, u.a. von den Römern und Byzantinern
als Hafen genutzt. In der Antike liefen vor allem Schiffe den Hafen an, die das
Kupfer aus den nahen Minen von Timna
abtransportierten. 1116 n. Chr. wurde die Stadt von Kreuzfahrern erobert, fiel
dann wieder in arabische Hände und wurde erst 1949
von Israelis neu besiedelt.

Beide Fotos © datafox
Nach einem wohlverdienten Schlaf und einem ausgiebigen und
leckeren Frühstück, formierten sich am nächsten Morgen kleine Gruppen. Die
einen gingen ins Delphinarium, andere gingen Schnorcheln oder fuhren noch mal
in den Timna Park um das nachzuholen, was wir am Tag
vorher nicht hatten sehen können. Andere, so wie ich, gingen in der Stadt
spazieren, Eis essen und shoppen. Ich habe den Tag
genossen!

Abends in Eilat
Die Rückfahrt über Beer’Sheva
Langsam machte sich das Gefühl breit, dass der Abschied
naht. Als wir nach nur zwei Nächten in Eilat wieder
unsere Koffer packten, blieb uns nur noch eine Nacht in Tel Aviv und dann
würden wir wieder heim fliegen. Einerseits ein schönes Gefühl, wieder nach
hause zu unseren Lieben zurück zu kehren, andererseits blieb noch so viel zu
sehen!!!
Obwohl ich selbst von Steinen müde war, wollte ich noch die
Zeit auskosten. Es waren immerhin
„wichtige“ Steine... Steine mit einer Geschichte, die mit Gott und den
Menschen zu tun hat. Zum Beispiel, in Beer Sheva.
Beer
Sheva heißt übersetzt "Brunnen der Sieben"
oder "Brunnen des Schwurs". In der Bibel
wird die Stadt mehrfach im Zusammenhang mit Abraham und Isaak erwähnt. Im
1.Buch Mose wird geschildert, wie Abraham einen Bund
mit Abimelech schließt und dadurch einen von ihm
gegrabenen Brunnen ungestört nutzen kann (Kap. 21, 22ff.). Nach der Darstellung
der Bibel lag später bei Beer Sheba die Südgrenze des
israelitischen Siedlungsgebiets (Richter 20,1).
Ausgrabungen
auf dem Tell ergaben, dass ab 1100 v. Chr. eine stark befestigte israelitische
Stadt existierte. Auch in späteren Jahrhunderten war die Stadt besiedelt. Die Makkabäer, die Römer und Byzantiner hatten hier Truppen
stationiert.

Selbstverständlich
gingen wir auch hinunter zum Brunnen. Wir mussten Sturzhelme aufsetzen und es
dauerte auch eine ganze Weile bis wir unten waren, aber es hat sich gelohnt.
Wir durften nämlich mal wieder eines jener ausgeklügelten Bewässerungswunder
bewundern, die wir im Negev kennen gelernt hatten!
Interessant
war auch, dass die Ausgrabungsstätte (Tell) so nah an der modernen Stadt Beer Scheva liegt. Man kann vom Tell aus die Skyline
der Stadt sehr deutlich erkennen. Heute ist Beer Scheva
eine der größten Städte Israels. Sie ist überwiegend erst wenige Jahrzehnte
alt, aber es gelang ihr, sich zu einem Zentralort der
Region zu entwickeln.
Das
Zentrum der Stadt liegt bis heute im Bereich der Altstadt, obwohl in den zurückliegenden
Jahrzehnten vorübergehend versucht wurde, andere Zentren zu schaffen. Nördlich
der Altstadt wurden große Wohngebiete errichtet, während vor allem im Osten
größere Industriegebiete (mit Betrieben der Bereiche Keramik, Baumaterial und
Chemie) geschaffen wurden.
Beer
Scheba hat mit der 1966 gegründeten Ben-Gurion-Universität des Negev (BGU) eine der
bekanntesten Universitäten des Landes und sie beherbergt außerdem noch weitere
akademische Institute und eine Zweigstelle der offenen Universität.

Die Fahrt von Eilat nach Tel Aviv
war lang. Aber das sollte noch nicht alles gewesen sein!
Wir machten Halt in Kiryat Gat. Hier gab es
zwar nichts Besonderes, aber unsere Reiseleiterin hatte uns erzählt, dass es in
Beit Gubrin schöne Höhlen
zu besichtigen gibt. In Kiryat Gat
machten wir also erstmal Pause. Da war dieses kleine Café am Straßenrand. Jeder
hatte sich etwas gekauft, so auch ich, und ich setzte mich dann zu unserem
Pastor Helmut an den Tisch, um mit ihm und Maria, unserer Reiseleiterin, ein
bisschen zu quatschen. Auf einmal bemerkte ich, dass Helmut „komisch“ aussah.
Er hatte den Mund hochgezogen und konnte kaum sprechen. Ich vermutete sehr
schnell, dass ihm etwas passiert war. Ich testete seine Reaktion (hey, Helmut, erzähl mal ´nen
Pastorenwitz!) und als nichts kam, musste ich Alarm auslösen...
Ein Schlaganfall mitten in der Wüste !!!....
Aber Gott sei Dank war es nicht so schlimm! Maria und unser
Busfahrer kümmerten sich sofort um Hilfe. Eine Ambulanz kam sehr schnell, und
Helmut wurde ins Krankenhaus in Ashqelon gebracht. Da
er kein Wort Englisch spricht, musste ein Ehepaar aus der Gruppe bei ihm
bleiben, um zu übersetzen.
Es stellte sich heraus, dass es ein leichter Schlaganfall
gewesen war und dass Helmut noch eine ganze Woche in Ashqelon
bleiben musste. Für das Ehepaar bedeutete das auch eine Woche Verlängerung in
Israel...
So fuhren wir dann nach Tel Aviv weiter. Alle ziemlich
bedrückt und besorgt um Helmuts Zustand, aber dennoch froh, dass alles gut
gelaufen und Helmut in guten Händen war.
Tel Aviv ist eine interessante Stadt! Wir konnten nicht mehr
viel sehen an dem Abend. Einige machten einen Spaziergang an den Strand, andere
gingen gleich ins Bett. Aber wir hatten ja noch den nächsten Tag bis zum frühen
Nachmittag zur Verfügung, um ein bisschen die Stadt zu erkunden.
Tel Aviv
hat mich durch seine faszinierende Architektur beeindruckt. Kein Haus gleicht
dem anderen, außer in der Farbe (Sandstein). Da gibt es Häuser mit geraden
Balkons, mit runden Balkons, mit einem runden und einem eckigen Balkon, dann
mit Erker, die Fenster auf einer Etage so, auf der anderen Etage anders. Ich
konnte mich nicht satt gucken. Wir gingen durch die Strassen, dann am Strand
spazieren, und gaben unsere letzten Shekel aus.
Um 14.00 Uhr ging der Bus zum Flughafen...wo wir dann die
ultimativen Erfahrungen in Sachen Gepäckdurchsuchung machen durften, bevor wir
frei gelassen wurden um die letzten Souvenirs zu kaufen. Als auch das erledigt
war, noch ein Eiskaffee und ab nach Deutschland!

Obwohl es schon etwas spät im Jahr war (2. Aprilhälfte) und
schon vielerorts der Frühling vorbei war, gab es noch viele bunte Blumen zu
sehen!!
Zurück zu den Anweisungen unserer Reiseleiterin am Anfang
unseres Aufenthaltes. Sie hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass man in
Israel:
d)
nicht
irgendwo hinpinkelt. Stimmt. Es gibt überall
Klos.
e)
keine
Blumen oder Pflanzen mitnimmt. Stimmt. Sie kosten viel Arbeit.
f)
auch
keine Steine aus Ausgrabungsstätten. Stimmt. Sie gehören Israel.
Man kommt lieber nächstes Jahr
wieder und guckt sie sich noch einmal an... :o)
Nächstes Jahr wird es wohl nicht sein, aber dass ich wiederkomme, ist mir jetzt schon
klar. Und ich freue mich wirklich darauf!
Shalom
Israel!
Und der
HERR redete mit Mose und sprach: Sage Aaron und
seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie
segnet: Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht
leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich
und gebe dir Frieden. Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, daß ich sie segne.
(4.Mose 6, 24-26)
![]()
Quellen:
Weil ich nicht alles behalten konnte, was ich über Israel
gelernt habe, habe ich fachliche und sachliche Infos von Quellen aus dem
Internet genutzt. Vor allem die umfangreichen Informationen über archäologische
Stätten und einige Fotos stammen aus folgenden Seiten:
(¤¤) Israel
2000
Abteilung für Zionistische
Erziehung
GOISRAEL – Informationen für Ihre Reise nach
Israel
Alles
andere ist meins. :o)
Jutta Janeschitz
12. Jul. 2006